Wer behauptet, dass entkoffeinierter Kaffee anders schmeckt, hat nur bedingt recht. Abgesehen von einem sehr dezenten Bittergeschmack schmeckt Koffein eigentlich nach nichts. Der Kaffee schmeckt nur dann anders, wenn außer Koffein einer der anderen Inhaltsstoffe, die den Kaffeegenuss ausmachen, entzogen wird.
Grüne Bohnen, die entkoffeiniert werden sollen, bringt man in die Schweiz oder nach Deutschland. Von dort wird der behandelte Kaffee zu den Großröstereien in der ganzen Welt exportiert.
Das erste brauchbare Verfahren zur Entkoffeinierung erfolgte mit Lösungsmitteln. Später übernahm die Industrie ein Verfahren, das mit Methylenchlorid (auch bekannt als Dichlormethan) arbeitete und den Vorteil hatte, dass die anderen Aromastoffe nicht entzogen wurden. Weil Methylenchlorid aber mit der Zerstörung der Ozonschicht in Verbindung gebracht wird, ist der Einsatz dieses Stoffes in Europa verboten.
Das schweizerische Wasserverfahren arbeitet ausschließlich mit Wasser und Kohlefiltern. Ein Wasserbad entzieht den Bohnen das Koffein und alle wasserlöslichen Stoffe. Durch Aktivkohlefilter wird dem Wasser das Koffein wieder entzogen. Dann kommen die Bohnen zum Trocknen in einen Tank, und das Wasser, das noch sämtliche Aromastoffe enthält, wird zu einem Aromakonzentrat eingedampft und wieder auf die Bohnen aufgesprüht. |