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Kaffeesorten

Die Kaffeepflanze gedeiht am besten in tropischen Regionen. So erstrecken sich die Anbaugebiete entlang des Äquators vom 23° nördlichen Breitengrad bis Brasilien zum 25° südlichem Breitengrad.
Die Anbauhöhe liegt zwischen 200 bis 2500 Metern über dem Meeresspiegel und verfügt idealerweise über mindestens 17° (bis 23 /25° C) regelmäßiger Temperatur bei einem warmen, feuchten Klima.

Als der Naturwissenschaftler Linneo (1707-1778) das nach ihm benannte Klassensystem des Pflanzenreiches erfand, ordnete er den Kaffee-Strauch in die Familie der Rubiazieen ein, die über 4.500 Gattungen enthalten, von denen allein sechzig “coffea” genannt werden. Von diesen sechzig Gattungen werden hauptsächlich drei zum Verbrauch benutzt, den: Arabica, Coffea Liberica, und den Coffea Canephora (Robusta) - Kaffee.

Arabica
Die Coffea-Arabica-Pflanze erreicht unbeschnitten eine Wachstumshöhe von drei bis maximal zehn Metern. Jedoch werden die Pflanzen in den Plantagen auf Sträucher von drei Metern runtergeschnitten, um das Pflücken zur Erntezeit zu erleichtern. Die Kaffeepflanze hat bei idealen Bedingungen eine Lebensdauer von fünfzig Jahren; nach etwa dreißig Jahren verringert sich allerdings ihre Bohnenentwicklung und Ertrag.
Die Sträucher in den Plantagen werden in Abstand von 2–4 m gesetzt und beginnen erst nach 3 Jahren zu tragen. Die Haupt-Äste des Kaffeestrauches bilden sich im Abstand von 15 cm am Hauptstamm, welcher sich mit kurzen Pfahlwurzeln in den Boden verankert. Seine lederartigen Blätter laufen am Ende spitz zu, sind auf der Oberseite glänzend und der Unterseite stumpf und haben eine Länge von 5 - 20 cm.
An den Blattansätzen häufen sich zwischen fünf bis zwölf kleine weiße Blüten büschelartig an und verbreiten einen süßlichen, jasminähnlich Duft über die ganze Plantage. Zwischen diesen Blüten, die aus je fünf Blättern bestehen, wächst eine Frucht, die unter den Namen “Kirsche” bekannt ist. Hierbei handelt es sich um eine ovale Steinfrucht, die anfangs grün ist und zur Reifezeit nach ca. sechs bis sieben Monaten einen rötlichen Farbton annimmt. Wenn die Samen überreif sind, werden sie bräunlich.
In den höher gelegenen Anbaugebieten erreichen die Kaffeepflanzen nur eine Blütezeit pro Jahr. In südlicheren Gegenden bringt die Kaffee-Pflanze aufgrund des geringen Temperatur-Unterschiedes während der Jahreszeiten mehr als eine Blütezeit wodurch man das ganze Jahr hindurch ernten kann.
Die Schale der Kaffeekirsche nennt sich im Fachjargon “Esokarp” und enthält für gewöhnlich zwei flach-konvexe Samen (Bohnen), deren flache Seiten, die zueinander gewandt sind, durch eine Längskerbe geteilt sind.
Manche Steinfrüchte enthalten sogar drei Samen, andere -vorallem, wenn sie am Ende des Astes gewachsen sind oder wenn es sich um eine alte Pflanze handelt- nur einen. In einem solchen Fall nimmt diese eine runde Form an und wird als Caracolito- oder Perlkaffee im Handel verkauft.
Nach dem Röstungsprozess verbleibt eine feine Membran um die Bohne, die man verstärkt an der Längskerbe erkennen kann. Bei den gewaschenen Arabicasorten kann man diese Haut besser sehen als bei Bohnen, die mit der Trockenmethode behandelt wurden.
Das Vorhandensein dieser Membran im gemahlenen Kaffee ist ein Zeichen von ausgezeichneter Qualität. Die Arabica-Sorte stellt dreiviertel der weltweiten Bohnenernte dar. Die besten Wachstumsbedingungen findet man für diese Pflanze bei einer Höhenlage zwischen dem Meeresspiegel und 600 bis 1.800 Meter, einer Temperatur von 17-22° C und einer Jahresniederschlagsmenge von 1500 bis 2000 mm.
Von den verschiedenen Arabica-Sorten ist der ebensogenannte ARABICA-Kaffee der bekannteste; er wird in den höheren Regionen angebaut. Der Anteil von Arabica-Kaffeesorten an der Weltproduktion liegt bei ca. 70 – 75 %.
Aus den zwei bekanntesten Arten der Coffea arabica - Typica und Bourbon - haben sich viele Sorten entwickelt. Die wichtigsten Sorten sind:
- Caturra (Brasilien, Kolumbien)
- Mundo Novo (Brasilien)
- Tico (Mittelamerika)
- Blue Mountains (Jamaica) - San Ramon (zwergwüchsig)

Coffea Liberica
Nach ihm folgt der BOURBON, der von der Insel Maragogype nach Brasilien und Kenia importiert worden ist. Die Bourbon-Kaffeebohne ist sehr groß und wird auch in Costarica, Kolumbien, Guatemala und Mexico angebaut. Die Coffea Liberica-Pflanze ist sehr viel größer als die Arabica-Art, ist besonders üppig und verlangt höhere Temperaturen, daher wächst sie besser in niedrigeren Breiten. Sie ist langlebiger, produziert mehr Bohnen und reagiert widerstandsfähiger auf Parasiten. Ihre Früchte sind von runder Form und haben ein härteres und saftloseres Mark mit einem geringeren Zuckergehalt. Für gewöhnlich sind diese Samenbohnen von sehr geringer Qualität.
COFFEA CANEPHORA (ROBUSTA) Die Coffea Canephora-Pflanze, besser bekannt unter dem Namen ROBUSTA, ist von feinerer Struktur. Unbeschnitten erreicht sie eine Höhe von ca. 15 Metern, ihre Blätter sind dünn, von elliptischer Form und die Blüte besteht aus 6 anstatt 5 Blättern. Diese Art, die ein wärmeres Klima als die Arabica-Pflanze verlangt, ist widerstandsfähiger, erzielt einen reicheren Ernteertrag, jedoch weisen die Bohnen eine mittlerer bis geringere Qualität auf; ebenso ist der Koffeingehalt höher und variiert zwischen 1,5% und 3,5%. Die COFFEA ROBUSTA stellt ein Viertel der Weltproduktion dar. Die besten Wachstums-bedingungen findet diese Pflanze bei 200 - 600 Meter über dem Meeresspiegel.

Arabusta
Die ersten Anbaugebiete der Kaffeepflanzen waren in Indonesien. Das französische Institut für Recherchen hat vor einigen Jahren eine neue Art gezüchtet, den ARABUSTA (eine Kreuzung aus ARABICA und ROBUSTA), um eine größere Qualität von den angepflanzten Bebauungen aus den “robusteren” Gegenden zu erzielen.

Alternative
Khat Catha edulis, Katstrauch, Khat, Quat, (Celastraceae)
In einigen Staaten Afrikas wird Kaffee teilweise durch den Kathstrauch verdrängt. Ursprünglich stammt die Pflanze aus Äthiopien, wird aber heute auch in Arabien, und vom Jemen bis Afghanistan angebaut. Khat-Bäume werden bis zu zwanzig Meter hoch, wird aber in Kultur als Strauch bis max. fünf Meter gehalten. Bei der traditionellen Weise Khat zu konsumieren werden einige Blätter von einem jungen Trieb geerntet und langsam ausgekaut. Khat wird stets in den frühen Morgenstunden geerntet, da die aktiven Subs-tanzen in den Blättern sehr instabil gegenüber Hitze sind. Sofort nach der Ernte werden die Khatblätter in große, saftige Blätter, ähnlich Bananenblätter, eingerollt um sie zu kon-servieren und kühl zu halten. Das Ernten, Sortieren und Verkaufen ist fast ausschließlich den Frauen überlassen, die auch den Gewinn aus den Verkäufen verwalten. Der Kauf und Verbrauch ist fast ausschließlich Sache der Männer. Das Khat wird meist am Abend oder in der Nacht in großen aber vertrauten Gruppen mit Freunden und Nachbarn verbraucht. In den Anbauländern werden auch die Blätter getrocknet und als Tee getrunken. Die Wirkung ist stimmungsbelebend und euphorisch. In Äthiopien gilt Khat als Aphrodisiakum und Antidepressivum.


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