Einer der Gründe für die weltweite Verbreitung des Kaffeetrinkens liegt vermutlich darin, dass sich Kaffee auf so unterschiedliche Weise zubereiten lässt und damit den verschiedensten Geschmackswünschen entgegen kommt.
Die beste Methode der Kaffeezubereitung ist jene, die Ihnen persönlich am meisten zusagt. Sie sollten dabei sowohl Ihre eigene Bequemlichkeit und Ihre Vorlieben, als auch die erforderliche Zeit der jeweiligen Zubereitungsart und den rituellen Aspekt berücksichtigen.
Ein ganz wesentlicher Faktor für einen ausgezeichneten Kaffee liegt in folgenden Punkten: nur frisch geröstete Bohnen verwenden, deren Röstung nicht mehr als eine Woche zurückliegt Die Kaffeebohnen luftdicht verschlossen aufbewahren. Kaffeebohnen immer frisch mahlen, am besten in einer Kaffeemühle mit Mahlwerk. Stets frisches, kaltes Wasser aus der Leitung verwenden. Das Wasser kurz aufwallen lassen, aber das Kaffeemehl nie mit kochendem Wasser übergießen.
Perkolator / Filtermethode: Beim manuellen Filtersystem verwendet man als Auffangbehälter eine Kaffeekanne. Zudem benötigt man für den passend gemahlenen Kaffee einen Kaffeefilter. Ein Kaffee-Filter separiert das aufgeweichte Kaffeepulver vom Getränk. Zusätzlich können aber auch die als Emulsion enthaltenen Öle und die in Suspension vorhandenen mikroskopisch kleinen Kaffeepartikel herausgefiltert werden. Deshalb beeinflusst die Wahl des Filters die Fülle des Kaffees und das Aroma. Papierfilter führen zur stärksten Filtration, halten aber auch einen erheblichen Teil der Emulsion (Aromatische Öle) und Suspension (Fülle und Körper) zurück. Hinzu kommt, dass Papier nicht notwendigerweise geschmacksneutral sein muss, weshalb vielfach empfohlen wird, einen Metallfilter (Goldfilter) einem Papier-Filter vorziehen.
Bei den als Kaffeemaschinen bezeichneten maschinellen Filtersystemen kommt es zu einem hersteller-abhängigen Zusammenwirken von Brühzeit und Wassertemperatur. Wasser extrahiert die im Kaffee enthaltenen wasserlöslichen Duft- und Aromastoffe und die wasserunlöslichen Partikel, die dem Kaffee Fülle und Körper geben, mit unterschiedlicher Geschwindigkeit. Am schnellsten lösen sich die Duftstoffe, dann die wohlschmeckenden Aromastoffe, zuletzt die Bitterstoffe. Das hat zur Folge, dass sich der Geschmack des Kaffees während des Brühens stetig verändert und der Brühvorgang beendet sein sollte, bevor der Kaffee beginnt, bitter zu schmecken. Die Wassertemperatur übt einen weiteren wesentlich Einfluss auf das Aroma aus. Siedendes Wasser macht Kaffee bitter, zu kaltes Wasser extrahiert zu langsam. Die Brühtemperatur sollte konstant bei 98° C liegen.
Melior-System: Mit der Cafetière, die in den Vereinigten Staaten Meloir heißt, lässt sich wunderbarer Kaffee zuzubereiten. Der nach dem Presso-System zubereitete Kaffee wird von vielen bevorzugt, weil die gemahlenen Bohnen dabei ihr volles Aroma entfalten. Man wärmt zuerst den feuerfesten Glaskrug in einem Ständer an, gibt anschließend das grobe Kaffeemehl (etwa 7 g pro Tasse) hinein, gießt kochend heißes Wasser darüber und rührt um. Nun legt man den mit einem Filtermechanismus versehenen Deckel auf, lässt den Kaffee 4 bis 5 Minuten ziehen und drückt dann vorsichtig die Filtervorrichtung nach unten, um so die Flüssigkeit vom Kaffeesatz zu trennen. Cafetièren sind in verschiedenen Größen erhältlich, jedoch sollte man auf keinen Fall ein Modell mit Nylonfilter verwenden. Wesentlich besser und vor allem haltbarer ist ein Edelstahlsieb.
Türkisches System: Das sehr fein gemahlene Kaffeepulver wird mit Zucker vermengt und in ein kleines Messing- oder Kupferkännchen (Ibrik) mit einem langen Griff gegeben, darüber wird heißes Wasser gegossen. Pro Tasse sollte man 2 volle Kaffeelöffel pro Tasse rechnen und jeweils einen Teelöffel Zucker pro Löffel Kaffee. Diese Mischung lässt man aufkochen und nimmt dann das Kännchen vom Herd. Durch das Kochen schäumt der Kaffee bis zur schmalen Öffnung des Ibrik auf. Türkischer Kaffee wird erst nach dreimaligem Aufkochen serviert. Traditionell wird diese Spezialität mit gemahlenem Kardamom gewürzt. Man kann den Kaffee sofort trinken oder nach einiger Zeit, wenn sich das nichtlösliche Pulver am Tassenboden abgesetzt hat.
Maccinetta Napoletana / Mokka: Dieses Gerät besteht aus zwei Behältern. Der untere Behälter wird mit Wasser gefüllt und das mit Kaffeemehl gefüllte Filterteil wird aufgesetzt. Dann wird die Kanne umgekehrt aufgeschraubt und die Maccinetta auf den Herd gestellt. Sobald das Wasser kocht, wird die Kanne umgedreht, damit das heiße Wasser durch den gemahlenen Kaffee in die Kanne läuft.
Espresso: Unter Espresso versteht man einen aromatischen, sehr dunkel gerösteten Kaffee, der schwarz und sehr stark getrunken wird. Vermutlich ist es die schwierigste und unter Umständen auch die teuerste Zubereitung von Kaffee. Das Wort "Espresso" stammt aus dem Italienischen und heißt soviel wie "unter Druck gesetzt", und in der Tat wird der Kaffee mit Druck zubereitet. Heißes Wasser wird mit 12 - 15 bar durch festgedrücktes, feines Kaffeepulver gepresst, wobei man pro Tasse im Schnitt 7 g rechnet. Die Brühtemperatur beträgt 90º - 100º C. Die Kombination von Druck und Hitze extrahiert Duft- und lösliche Aromastoffe und führt zusätzlich zu einer Emulsion unlöslicher aromatischer Öle und zu einer Suspension feinster Kaffeepartikel, die dem Espresso die unvergleichliche Fülle geben, sowie zu den Gasbläschen - der Crema, ohne die ein Espresso kein richtiger Espresso ist.
Authentischer Espresso macht etwa 10% des italienischen Kaffees aus, auch wenn er im Prinzip die Grundlage für die restlichen 90% darstellt - dem Cappuccino, der ein Espresso mit aufgeschäumter Milch (oder auch geschlagener Sahne) ist. Im Idealfall besteht der Cappuccino aus einem Drittel Espresso, einem Drittel Milch und einem Drittel Schaum.
Espressokanne: Aus keinem italienischen Haushalt wegzudenken ist die Espressokanne, mit der auf dem Herd ein sehr dunkler, kräftiger Kaffee zubereitet wird. Die Espressokanne besteht aus zwei Behältern. Das Wasser aus dem unteren Behälter wird als Wasserdampf durch den mit Kaffeemehl gefüllten Filtereinsatz gedrückt und gelangt als Kaffee in den oberen Behälter, aus dem er schließlich auch serviert wird.
Kaltwasser – Methode: Diese Zubereitungsart empfiehlt sich für Kaffee als Zutat in kalten Mixgetränken. Man rührt reichlich Kaffeemehl mit etwa 1 Liter kalten Wasser an, deckt das Gefäß ab und lässt es zwölf Stunden ziehen. Dann gießt man die Flüssigkeit durch ein Sieb ab und bewahrt das Konzentrat gut verschlossen bis zum Gebrauch im Kühlschrank auf.
Der Kannenaufguss: Dies ist die einfachste Art der Zubereitung. Man benötigt dazu sehr grobes Kaffeemehl. Dieses gibt man in eine Kanne oder einen Krug, übergießt mit kochend heißem Wasser, rührt einmal um und lässt das Ganze eine Weile ziehen. Dann gießt man den Kaffee durch ein Sieb. |