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Toskana: Espresso und weite Landschaften

Vanessa von

Harmonisch und ausgewogen ist der Espresso in der Toskana – wie die vielen prächtigen Bauwerke aus der Renaissance, die jedes Jahr Millionen von Touristen nach Florenz und Pisa locken. Die Toskana ist das liebste Italienziel vieler Nordeuropäer, denn sie vereint all das, wofür Italien im Ausland geschätzt wird: ein mildes Klima, weite, harmonische Landschaften, malerische mittelalterliche Städte, faszinierende Kunstmetropolen und eine reiche kulinarische Vielfalt.

Zwischen Olivenbäumen und Weinreben

Zusammen mit den Nachbarregionen Umbrien, Latium und Marken wird die Toskana als Zentrum Italiens bezeichnet. Sie trennen den wirtschaftlich starken und hoch industrialisierten Norden vom durch Landwirtschaft geprägten Süden.

Die Toskana ist eine der reichsten Regionen auf dem italienischen Stiefel. Neben dem Tourismus zählen der Weinbau und die Gewinnung von Olivenöl zu den Haupteinnahmequellen der Bewohner: Ca. 14 Millionen Olivenbäume wachsen auf den sanft abfallenden Hügeln und prägen das charakteristische Landschaftsbild.

Neben den Renaissance-Metropolen Florenz und Pisa verzaubern Städte wie Lucca, Siena und San Gimignano mit ihren mittelalterlichen Gassen, Türmen, Mauern und Plätzen. Doch die Toskana hat mehr zu bieten als Kunst und Architektur: ausgedehnte Naturparks mit dichten Wäldern, herrliche Strände, einen paradiesischen Inselarchipel und hohe Gipfel in den Apuanischen Alpen.

Der Espresso der Toskana

Der toskanische Caffè vereint das Beste italienischer Kaffeetraditionen: Er ist weniger säurehaltig als im Norden und milder als im Süden des Stiefels.

Die toskanischen Espressomiscele vermischen die leicht blumigen und fruchtigen Aromen der norditalienischen Röstungen mit dem Körper, den starken Röstaromen und dem leicht schokoladigen Geschmack des süditalienischen Kaffees. Kennzeichnend für das Aroma des toskanischen Espressos sind die leichten Nussaromen. Eine feine, haselnussfarbene Crema krönt jeden Espresso.

Getrunken wird der Caffè nach dem Motto „pochi, ma buoni“: einige wenige Tassen am Tag, die sich durch höchste Qualität auszeichnen.

Röstereien im Herzen Italiens

Die Toskana kann auf eine lange Rösttradition zurückblicken. Noch heute befinden sich viele der traditionellen Torrefazioni in Familienhand: Einige haben den Sprung in die Internationalität gewagt, andere bleiben regional verwurzelt.

Manaresi

Wie vor 100 Jahren röstet Manaresi seine hochwertigen Bohnen in der Trommel. Lange Zeit hatte die Traditions-Torrefazione ihren Sitz direkt im Herzen von Florenz. Heute wird vor den Toren der Stadt in modernem Ambiente geröstet.

Jolly Caffè

Die florentinische Torrefazione Jolly Caffè wurde 1953 von Dante Belardinelle gegründet, der sich schlicht und einfach zum Ziel gesetzt hatte, den besten Espresso zu kreieren. Er hatte Erfolg: Seit 1992 gehört Jolly zu den renommiertesten italienischen Röstern. Kein Wunder, denn seine Mischungen enthalten zwölf unterschiedliche, separat geröstete Kaffeesorten aus den besten Anbauländern der Welt.

Mokaflor

Mit einer Sorgfalt, die an Perfektion grenzt, wird in der Torrefazione Mokaflor aus Florenz seit den 50er Jahren geröstet. Die direkten, langjährig gewachsenen Beziehungen der Gründerfamilie Bernini zu den Kaffeebauern und Lieferanten sorgen für eine immer gleichbleibend hohe Qualität.

Caffè New York

Aus der kleinen Stadt Pistoia stammt einer der besten Caffès der Toskana: der Caffè New York. Die in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts gegründete Rösterei bietet echten Gourmetkaffee für Kenner.

Caffè Nannini

Seit über 100 Jahren ist der Caffè Nannini in Siena eine Institution: Das traditionsreiche Unternehmen verführt seine Kunden nicht nur mit exklusiven Kaffeemischungen, sondern auch mit typisch toskanischen Gebäck- und Kuchenspezialitäten.

Die fünf besten Plätze für einen Espresso in der Toskana

Historisch, typisch italienisch oder innovativ – toskanische Kaffeebars sind ein echtes Erlebnis!

Caffè Gilli, Florenz

Das Caffè Gilli ist das älteste Kaffeehaus der toskanischen Hauptstadt: Eröffnet wurde es im Jahr 1733 von der Schweizer Familie Gilli. Zweimal zog das Caffè in seiner langen Geschichte um: Seit 1917 hat es seinen Sitz an der prächtigen Piazza della Repubblica. Ein Besuch in dem im Jugendstil eingerichteten Kaffeehaus ist eine eindrucksvolle Reise in die Vergangenheit.

Caffè dell’Ussero, Pisa

Nur ein paar Jahre mehr auf dem Buckel hat das historische Caffè dell’Ussero in Pisa: Das Kaffeehaus befindet sich in einem der schönsten Häuser Pisas, dem Palazzo Agostini aus dem 14. Jahrhundert. Einst war das direkt am Arno gelegene Caffè Treffpunkt von Intellektuellen, Literaten und Politikern. Zahlreiche Fotografien berühmter Persönlichkeiten erzählen von der langen Geschichte des kultigen Cafés.

Caffetteria Piansa, Florenz

Tradition und Innovation vereint die Caffeteria Piansa in Florenz: Vom Vater erbte der Besitzer Alessandro Staderini die Leidenschaft für Kaffee und die familieneigene Rösterei in Bagno a Ripoli. Seine Neugier und seine Experimentierfreude trieben ihn dazu, eine der angesagtesten Specialty Kaffeebars in Florenz zu eröffnen. 100 Prozent Arabica sind die Mischungen aus Brasilien, Kolumbien und Kenia. Gebrüht werden sie nicht nur klassisch mit dem Siebträger, sondern auch mit der Aereopress und mit dem Kaffeefilter.

Ditta Artigianale, Florenz

Der höchstdotierte Barista Italiens arbeitet in der Via dei Neri in Florenz: Schon dreimal konnte Francesco Sanapo den begehrten Titel gewinnen. In seiner Kaffeebar im Herzen der toskanischen Metropole kann der Gast sich für einen klassischen Espresso entscheiden oder eine der für Italien ungewöhnlichen Brühmethoden ausprobieren. Geröstet wird direkt vor Ort.

Torrefazione Fiorella, Siena

Die Caffetteria Fiorella in Siena ist eine der drei Kaffeebars der Rösterei Fiorella aus Sovicille. Gegründet wurde das erfolgreiche Familienunternehmen von der Signora Fiorella: 1985 eröffnete sie in dem kleinen Badeort Follonica eine erste Bar und röstete ihren Kaffee einfach selbst. In den 90er-Jahren folgte eine Bar im mondänen Urlaubsort Castiglione della Pescaia, nach dem Jahrtausendwechsel wagte die Familie dann den Sprung in die Stadt: Das kleine, feine Caffè in Siena ist heute ein Treffpunkt für Genießer und Kaffeekenner.

Der Kaffee in der Toskana

  • Eine Klasse für sich – das ist der Espresso aus toskanischen Röstereien.
  • Die toskanischen Miscele sind weder stark und dunkel wie im Süden, noch hell und leicht bitter wie im Norden. Stattdessen begeistert der Espresso mit einem sehr milden, harmonischen Geschmack.
  • Röstereien gibt es in der Toskana viele: Die meisten kleineren sind in Familienhand und rösten ihre Bohnen traditionell in der Trommel.
  • Vor allem in Florenz haben in den letzten Jahren neue Kaffeebars eröffnet, in denen der Kaffee auch mit alternativen Brühmethoden zubereitet wird.

Beitragsbild: ©iStockphoto: bluejayphoto

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