Kaffeewissen | Aromatico
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Aromatico
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Kaffeewissen

Arabica und Robusta

Kaffeebohnen wachsen innerhalb des Kaffeegürtels. In der Bohnenkunde wird zwischen Coffea Arabica (Arabica) und Coffea Canephora (Robusta) unterschieden. Weltweit entfallen ca. 60% des Kaffeeanbaus auf Arabica-Kaffeebohnen.

ARABICA
Arabica-Bohnen sind tendenziell größer als Robusta-Bohnen, haben eine längliche, flache Form und eine leicht geschwungene Furche im Längsschnitt der Bohne.

Arabica-Pflanzen sind anspruchsvoll gegenüber den klimatischen Bedingungen, sie wachsen ausschließlich in höheren Lagen. Sie gedeihen überwiegend in Süd- und Mittelamerika sowie in Teilen Afrikas.

Im Geschmacksprofil sind Arabica-Bohnen sehr vielfältig. Sie können süße, säuerliche, würzige und vor allem fruchtige Noten entfalten. Außerdem enthalten Arabica-Bohnen weniger Koffein als Robusta-Bohnen.

ROBUSTA
Robusta-Bohnen sind kleine, runde Kaffeebohnen mit einer eher geradlinigen, mittigen Furche.
In Asien, Indien und Teilen Afrikas wachsen Kaffeepflanzen, die Robusta-Kaffeebohnen tragen. Diese wachsen auch in niedrigen Regionen und bevorzugen wärmeres Klima.

Robusta-Bohnen haben einen höheren Koffeingehalt gegenüber Arabica-Bohnen und werden häufig in Espresso Blends integriert. Sie geben eine charakteristische kräftige Bitternote und lassen eine feste Crema entstehen.

Die Bewertung von Kaffeebohnen richtet sich nach der Bohnengröße (Screensize) und dem jeweiligen Anbaugebiet. Je nach Exklusivität der Provenienz, Aufbereitungsart und Nachfrage variiert der Preis. Arabica-Kaffeebohnen werden an der New Yorker Börse und Robusta-Kaffeebohnen an der Londoner Börse gehandelt.

 

 

Blend

Das englische Wort „Blend“ bedeutet Mischung und steht im Kaffeevokabular für die Mischung der Kaffeebohnen. Bei einer Kaffeemischung werden unterschiedliche Kaffeebohnen miteinander kombiniert. Die Herkunft der jeweiligen Kaffeebohnen wird als Provenienz bezeichnet und gibt Auskunft über das Anbaugebiet. Der Ursprung der Kaffeebohnen beeinflusst den Geschmack einer Kaffeebohne.

Die Anzahl der unterschiedlichen Provenienzen im einem Blend kann variieren. Da Kaffeebohnen ein Naturprodukt sind und je nach Ernte geschmacklich leicht variieren können, werden Blends entwickelt, bei denen die einzelnen Geschmackskomponenten harmonieren. So kann ein konstantes Geschmacksbild beibehalten werden. In eine Espressomischung wird häufig ein Anteil Robusta-Kaffeebohnen hinzugefügt, um eine starke Crema zu erzeugen. Sortenreine Kaffees hingegen werden Single Origin genannt.

Entkoffeiniert

Entkoffeinierter Kaffee – purer Genuss

Kaffee besitzt mehr als eintausend Inhaltsstoffe mit den verschiedensten chemischen Strukturen, die u. a. die einzigartige Aromenpalette ausmachen und jeweils besondere Funktionen übernehmen. Koffein wird als der bedeutendste lnhaltsstoff von Kaffee angesehen, weil seine Wirksamkeit bereits so gut erforscht ist. Viele lieben die belebende Wirkung einer Tasse Kaffee, die bis zu 120 mg Koffein enthalten kann – je nach Zubereitungsart und Röstmischung. Wer den natürlichen Rhythmus seines Körpers versteht und auch nicht auf den Kaffeegeschmack verzichten möchte, der greift zu entkoffeiniertem Kaffee. Dieser bietet puren Genuss ohne belebende Nebenwirkungen.

Welche Vorteile bietet entkoffeinierter Kaffee?

Dass Koffein einen Einfluss auf den Körper haben kann, ahnten schon ausgewiesene Kaffeeliebhaber wie Goethe. Dieser litt angeblich unter Schlafstörungen, und es stand die Vermutung im Raum, dass ein intensiver Kaffeegenuss Schuld an der Schlaflosigkeit sein könnte. 1820 isolierte Friedlieb Ferdinand Runge, angeregt durch diese Anekdote über den Dichterfürsten, erstmals Koffein aus der Kaffeebohne. Dies war die Geburtsstunde des entkoffeinierten Kaffees.

Heute lieben Kaffeetrinker die entkoffeinierte Version als Alternative zu jeder Tageszeit. Menschen, die sich koffeinbewusst ernähren, senken durch entkoffeinierten Kaffee ihren täglichen Koffeinkonsum – brauchen aber auf das Geschmackserlebnis Kaffee nicht zu verzichten.

Menschen, die empfindlich auf Koffein reagieren, greifen nicht ohne Grund zur entkoffeinierten Kaffee-Variante. Ein Zuviel an Koffein kann zu Zittern, Schweißausbrüchen, Herzrasen oder einem gereizten Magen führen, deshalb eignet sich entkoffeinierter Kaffee insbesondere für Menschen, die gerne viel und oft Kaffee trinken.

Menschen in besonderen Lebenslagen, wie z.B. schwangere Frauen oder Personen deren Arzt eine Koffeinreduktion empfiehlt, greifen auf entkoffeinierten Kaffee zurück. Der Verzicht auf das Ritual des Kaffeetrinkens und das unverwechselbare Geschmackserlebnis wiegt schwerer als ein Verzicht auf das Koffein.

Wie wird entkoffeinierter Kaffee hergestellt?

Kaffee ist ein Naturprodukt und gut zubereitet ein Feuerwerk für die Geschmacksnerven. Unverwechselbar und klar für alle, die Kaffee lieben. Die kleine grüne Bohne ist international extrem beliebt. Ihr Koffeingehalt unterscheidet sich jedoch nach Sorte (Arabica bzw. Robusta) oder Anbaubedingungen. Um den kleinen grünen Kraftpaketen die Substanz zu entziehen, die uns daran hindert zur Ruhe zu kommen und besser abschalten zu können, ist ein dreistufiges Verfahren notwendig: Dämpfen und Anfeuchten – Entkoffeinieren – Trocknen. Das Verfahren ist sehr schonend für die Kaffeebohne und das unverwechselbare Geschmackserlebnis Kaffee bleibt erhalten. Das Verfahren entwickelte 1905 der Bremer Kaufmann Ludwig Roselius. Er war Gründer des Handelshauses Kaffee HAG in Bremen. Die Marke Kaffee HAG verwenden bis heute viele Personen synonym für entkoffeinierten Kaffee.

  1. Beim Dämpfen und Anfeuchten werden die Kaffeehäutchen entfernt und die Oberflächenstruktur des Rohkaffees mit heißem Wasser aufgeweicht, um das Koffein im nächsten Schritt herauszulösen. Dieser Schritt kann bis zu drei Stunden in Anspruch nehmen.

  2. Anschließend wird das Koffein mittels eines Extraktions- bzw. Verarbeitungshilfsstoffs aus der Bohne gelöst. Dies geschieht in einem mehrstufigen Verfahren. Dabei wird sichergestellt, dass das Koffein möglichst vollständig aus der Bohne gelöst wird und die aromaaktiven Substanzen in der Bohne zurückbleiben. Der Verarbeitungshilfsstoff wird in einem Kreislaufverfahren immer wieder zu- und abgeführt, bis das Koffein fast vollständig aus der Bohne herausgelöst wurde. Am Ende erfolgt eine weitere Behandlung mit Wasserdampf um alle Reste des Extraktionsmittels aus der Bohne zu entfernen.

  3. In der Trocknung geht es darum, den Feuchtigkeitsgehalt des Rohkaffees wieder auf den ursprünglichen Gehalt vor der Entkoffeinierung zu senken, damit dieser in den üblichen Röstverfahren zum vollendeten Kaffeegenuss weiterverarbeitet werden kann.

Übrigens landet das extrahierte Koffein keineswegs im Abfall, sondern dieses wird hochrein aufbereitet und in Soft- und Energydrinks weiterverwendet.

Wie wird Koffein aus der Bohne extrahiert?

Als Extraktionsmittel sind aktuell verschiedene Verarbeitungshilfsstoffe zugelassen. Die Entkoffeinierung mit Dichlormethan ist das häufigste Verfahren, dicht gefolgt von der Verwendung von Ethylacetat. Beide Stoffe lösen das Koffein hochselektiv aus den Bohnen und lassen somit die anderen wichtigen und aromagebenden Stoffe weitgehend unangetastet im Rohkaffee zurück. Kohlendioxid löst das Koffein bei hohem Druck und höherer Temperatur und arbeitet je nach Verfahrensvariante ebenfalls sehr selektiv.

Ist entkoffeinierter Kaffee wirklich koffeinfrei?

Nein. Auch wenn die verschiedenen Verarbeitungshilfsstoffe, die für die Entkoffeinierung zugelassen sind, einen hohen Anteil des Koffeins herauslösen, bleibt produktionsbedingt immer ein Restgehalt zurück. Laut Gesetz dürfen im entkoffeinierten Rohkaffee bis zu 0,1 Prozent Koffein im fertigen Produkt enthalten sein. Normaler Röstkaffee weist rund 1,5 Prozent Koffein auf.

Deshalb ist für entkoffeinierten Kaffee die Bezeichnung „koffeinfrei“ nicht erlaubt. Man müsste somit rein rechnerisch mehr als 15 Tassen entkoffeinierten Kaffees trinken, um auf den Koffeingehalt einer normalen Tasse zu kommen.

Wie viel Koffein steckt in den einzelnen Kaffeespezialitäten? Hier eine Übersicht:

  • Filterkaffee: 60 bis 120 mg pro 125 ml

  • Espresso: 50 bis 60 mg in 50 ml

  • Löslicher Kaffee: 50 bis 80 mg pro 125 ml

Eine Tasse entkoffeinierten Kaffees (125 ml) bringt rund 1 bis 6 mg Koffein auf die Waage und lässt damit so manche Kaffeealternative hinter sich: Koffeinhaltiger Schwarzer Tee kann je nach Sorte rund 20 bis 50 mg enthalten, selbst eine Tasse Kakao hat rund 8 mg Koffein. Da wundert es nicht, dass auch Zartbitterschokolade mit bis zu 15-115 mg Koffein pro 150 g zu Buche schlägt.

Entkoffeinierter Genuss und bestes Tassenergebnis

Wie bei allen anderen Kaffeemischungen bestimmen die Qualität der Rohstoffe und die Röstung den Kaffeegenuss. Kaffeearoma ist vielschichtig und die Kreation eines neuen Kaffees eine Kunst. Für entkoffeinierten Kaffeegenuss ist es daher wichtig, die besten Rohkaffees zu verwenden und den Kaffee schonend zu rösten. Die entkoffeinierten Kaffeebohnen sind aufgrund ihrer zusätzlichen Beanspruchung durch die Entkoffeinierung mit besonderer Liebe zu verarbeiten. So gelingt garantiert der schwerelose Genuss:

  • Fertig gemahlener entkoffeinierter Kaffee ist eine praktikable Lösung, wenn es schnell gehen soll. Kaffeearomen sind jedoch stark flüchtig und entfalten sich am besten, wenn jede Portion frisch gemahlen wird.

  • Das Wasser zum Aufbrühen – egal, in welcher Maschine – sollte möglichst kalkfrei sein und beim Aufbrühen nicht kochen.

  • Bei der Portionierung entkoffeinierten Kaffees darf man für einen kräftigeren Geschmack ruhig mehr Kaffeepulver einsetzen: 17 g Kaffee auf 250 ml Wasser für Filterkaffee sind für den intensiveren Kaffeegeschmack ideal. Zum Vergleich: Bei normalem Kaffee empfehlen Experten eine Menge von rund 12 g.

Extraktionsphasen

Die Durchlaufzeit sollte zwischen 20–30 Sekunden liegen. Die wichtigsten „Tools“, um die Durchlaufzeit zu beeinflussen, sind das Tampen, die Kaffeemehlmenge und der Mahlgrad.

Die Extraktionsphasen eines Espressos lassen sich in drei Phasen einteilen:

1. Phase ca. Sekunde 1 - 8: Säuren

2. Phase ca. Sekunde 9 - 16: Aromen & Öle

3. Phase ca. Sekunde 17-24: Bitterstoffe

Die Durchlaufzeit und Exktrationszeit eines Espresso in einer Siebträgermaschine sollte ca. 25 Sekunden dauern. In der ersten Phase werden die Säuren, in der zweiten Phase die Aromen und Öle und in der dritten Phase die Bitterstoffe gelöst.

Die geröstete Kaffeebohne enthält im Durchschnitt je nach Mahlgrad und Zubereitungsart 18 – 35 % lösliche Inhaltsstoffe. Die optimale Extraktionsrate bei Espresso liegt bei 20 % ± 2 %. Die Inhaltsstoffe werden bei der Zubereitung nicht alle gleichzeitig extrahiert, sondern gemäß ihrer Löslichkeit. Nach dem ersten Tropfen stellt sich eine konstante Volumengeschwindigkeit ein, die bei richtiger Korngröße und Dimensionierung der Maschine in 25 ± 5 Sekunden die ersehnte Tasse Espresso ergibt.

1. Zuerst lösen sich die Säuren und Ester aus dem Kaffeemehl.

2. Anschließend werden durch den Druck die Kaffeeöle und Lipide in Emulsion gebracht und die typische Crema erzeugt.

3. Zuletzt lösen sich die bitteren Bestandteile des Kaffees und gehen in den Espresso über.

Kaffeegürtel

Der Begriff Kaffeegürtel bezeichnet den symbolischen „Gürtel um die Welt“, in dessen Bereich Kaffeepflanzen wachsen. Der sogenannte Kaffeegürtel verläuft zwischen dem 25° nördlicher und 25° südlicher Breite entlang des Äquators. Die Anbauflächen für Kaffeepflanzen umfassen insgesamt rund zehn Millionen Hektar.

Die anspruchsvollen und sensiblen Kaffeepflanzen benötigen ein ausgeglichenes Klima um zu gedeihen. Die Kaffeepflanzen sind strauchförmig und können bis zu 4 Meter Höhe erreichen. Die strauchartigen Pflanzen sind immergrün und entwickeln weiße Blüten. Nach deren Befruchtung entstehen Kaffeekirschen, die anfangs grün sind und im Laufe der Reife sich gelb bis rot verfärben. Üblicherweise enthält die Kaffeekirsche zwei Kaffeebohnen. Hinter der Kirschhaut verbirgt sich das Fruchtfleisch, die so genannte Pulpe. In der der nächsten Schicht befindet sich eine Pergamenthaut mit Schleimschicht, die wiederum das Silberhäutchen umschließt. Dieses schützt den Samen, die Kaffeebohne.

Die Bohnenvarietäten Arabica und Robusta haben unterschiedliche Ansprüche an die Höhenlage, den Wasserbedarf und die Bodenbeschaffenheit. Daher wachsen diese in verschiedenen Regionen.

Arabica-Kaffeebohnen wachsen in höheren Lagen in bis zu 2.100 m Höhe. Zwischen der Blüte- und Erntezeit der Kaffeekirschen liegen 7 bis 9 Monate. Sie wachsen vornehmlich in Mittel- und Südamerika sowie Zentralafrika und teilweise in Asien.

Robusta-Kaffeebohnen wachsen in niedrigerer Anbauhöhe von 0 bis 900 m über dem Meeresspiegel und bevorzugen eine Luftfeuchtigkeit bis zu 100%. Die Kaffeekirschen benötigen ca. 9 bis 11 Monate zwischen Blüte und Ernte. Die Anbaugebiete liegen in Asien, Zentralafrika und vereinzelt in Südamerika.

Die Region, aus der die Kaffeebohnen stammen, wird als Provenienz bezeichnet. Je nach Herkunftsland, klimatischen Bedingungen der Anbauregion sowie der Aufbereitung entwickeln die Kaffeebohnen charakteristische Geschmacksaromen. Diese Unterschiede lassen sich besonders bei Single Origin Kaffees gut herausschmecken.

Unter den tropisch-äquatorialen Ländern des Kaffeegürtels zählen Brasilien, Vietnam, Kolumbien, Indonesien, Äthiopien, Honduras, Indien, Uganda, Mexiko und Guatemala zu den Top 10 der größten Rohkaffeeproduzentenländer.

Kaffeespezialitäten

Es gibt unterschiedliche Kaffeespezialitäten auf Kaffee- oder Espressobasis. Ob ein klassischer Espresso oder Filterkaffee, ein Cappuccino, Latte Macchiato oder Milchkaffee oder ein modern inspirierter Flat White – damit die Kaffeespezialität gelingt, gibt es für jede Variation unterschiedliche Zubereitungsempfehlungen.

 

Zubereitungsempfehlungen für Kaffeespezialitäten dargestellt anhand von Füllmengen in einer Espressotasse, Kaffeetasse, Cappuccionotasse, Milchkaffeetasse oder einem Latte Macchiato-Glas

Mahlgrad

Ein „M“ der bekannten 5 M für perfekten Espresso (Mischung, Menge, Mahlgrad, Maschine und Mensch) ist der Mahlgrad. Der Mahlgrad ist ein Faktor, um die Extraktionszeit des Espresso direkt zu beeinflussen.

Nicht nur bei der Espressozubereitung, sondern auch bei jeder anderen Zubereitungsart kommt es auf den Mahlgrad an. Jede Zubereitungsart benötigt einen speziellen, den Anforderungen entsprechenden Mahlgrad. Dabei ist zu berücksichtigen, ob die Zubereitung über ein Brühverfahren oder mit Druck erfolgt. Entscheidend ist die jeweilige Kontaktzeit zwischen dem Wasser und dem Kaffeemehl. Eine reguläre Filterkaffeemaschine benötigt für einen guten Kaffee etwa vier bis sechs Minuten Durchlaufzeit. Für einen Espresso reichen dagegen in einer Siebträgermaschine schon 20 bis 30 Sekunden. In der French Press sollte der gemahlene Kaffee etwa vier bis sechs Minuten lang ziehen.

Je feiner der Mahlgrad, desto schneller kann sich das Wasser durch das Kaffeemehl seinen Weg bahnen und die Kaffeeinhaltsstoffe lösen. Die Körnung des Kaffeemehls kann von grobem Meersalz bis hin zu extrafeinem Puderzucker eingeordnet werden.

Je nach Zubereitungsmethode variiert der empfohlende Mahlgrad des Kaffeemehls von fein bis grob.

Milchschaum

Die Basis für Latte Art bildet der Milchschaum. Damit die Konsistenz stimmt, sollten die Zieh- und die Rollphase beachtet werden.

Optimale Eigenschaften der Milch
•    Die Milch sollte kühlschrankkalt sein.
Tipp: Auch das Milchkännchen in den Kühlschrank stellen, damit dieses auch die Milch kühlt und somit viel Zeit bleibt, um die Milch aufzuschäumen.
•    Optimaler Fettgehalt: 3,3 - 4,0%
•    Optimaler Eiweißgehalt: 3,3 - 3,5%
•    Die Endtemperatur der Milch sollte bei 60 – 68°C liegen.
•    Der notwendige Dampfdruck sollte bei ca. 1 bar liegen.
•    Die Milch sollte bis zum Beginn des Auslaufs des Milchkännchens eingefüllt werden.

Die Milchdüse der Siebträgermaschine wird leicht schrägt auf Seite der Tülle in das Milchkännchen gehalten. Zuerst erfolgt die Ziehphase und anschließend die Rollphase der Milch.

Ziehphase
Der Schaum gelingt, wenn die Dampfdüse zunächst ca. 2 cm in die Milch eintaucht. Am besten ist es, wenn die Dampfdüse im Auslauf des Milchkännchens positioniert wird. Dann wird das Kännchen am Henkel mit der einen Hand festgehalten und mit der anderen die Dampfdüse aufgedreht. Die Ziehphase startet. Der heiße Dampf bringt Luft unter die Milch und erste Schaumbläschen entstehen. Alsbald wird die Dampfdüse kurz unter die Oberfläche gezogen, sodass ein kratzendes Geräusch zu hören ist. Jetzt kann die zweite Hand gerne mit an das Milchkännchen gelegt werden, um die Temperatur der Milch besser fühlen zu können.

Rollphase
In der Rollphase wird keine Luft mehr unter die Milch gehoben. Jetzt geht es um die Porung des Schaums. Die großen Luftbläschen, die in der Ziehphase entstanden sind, werden verdichtet und der Schaum wird feiner, gleichmäßiger und cremiger. Dafür wird die Düse wieder tiefer in das Kännchen gesteckt und die Milch wirbelt kreisförmig durch das Kännchen.

Röstung

Die Röstung ist die Veredelung der Kaffeebohnen. Grüner Rohkaffee wird trocken erhitzt. Dadurch bekommt er seine charakteristische Farbe und entwickelt sein typisches Aroma. Das Zusammenspiel von Energiezufuhr, Endtemperatur und Dauer des Röstprozesses ist verantwortlich für die Entfaltung von Geschmack und Aroma. Zusätzlich hat jede Kaffeebohne aufgrund ihrer Provenienz, ihrer Qualität, ihres Anbaugebiets und ihrer Aufbereitungsmethode eine unterschiedliche Zusammensetzung der Kaffeeinhaltsstoffe. Die Auswahl und Mischung der Kaffeebohnen hat einen großen Einfluss auf den Geschmack eines Kaffees in der Tasse. Daher entwickelt der erfahrene Röstmeister für jede Kaffeemischung ein optimales Röstprofil aus Temperatur und Zeit.

Rohkaffee wird zum Rösten in einen vorgeheizten Röstkessel gegeben. Zunächst sinkt die Kesseltemperatur, da der Kaffee zuerst trocknet und dann Temperatur aufnimmt. Es folgt die Phase der Bräunung. Ab einer Kerntemperatur in der Bohne von ca. 100 C° finden chemische Veränderungen und die Aromabildung statt. Für das Röstergebnis ist es wichtig, wie steil die Temperatur im Kaffee ansteigt und welche Endtemperatur erreicht wird. Der Röstmeister kontrolliert die Röstung durch Regulierung der Energiezufuhr am Röstkessel. Am Ende der Röstung hat der Kessel eine Temperatur von ca. 200°C bis 220°C und der Kaffee von ca. 180°C.

Während der Röstung erfährt die Kaffeebohne zahlreiche physikalische und chemische Veränderungen. Physikalische Veränderungen sind leicht zu beobachten: die Kaffeebohnen wechseln Farbe, Volumen, Form und Gewicht. Chemische Veränderungen kann man schmecken und riechen.

Kaffeebohnen bestehen zu einem Achtel aus Wasser, das während der Röstung verdampft. Zusätzlich entwickeln sich Röstgase. Wasserdampf und Gase können zu Beginn der Röstung aufgrund der harten Zellwände nicht entweichen, sammeln sich und verdoppeln so zunächst das Volumen der Bohne. Es kommt zum „First Crack“. Die Bohne platzt unter hörbarem Knacken auf. Hellere Röstungen haben ihren Endpunkt erreicht. Der „Second Crack“ markiert den Zeitpunkt, an dem zusätzlich Wasserdampf und Gase (wie Kohlendioxid) entweichen. Es entsteht eine dunkle, typisch italienische Röstung.

Charakteristisch für die helle Röstung sind ein ausgeprägtes Säureprofil und viele fruchtige Noten in der Tasse. Dunkle Kaffeeröstungen haben einen vollen Körper mehr Bitterstoffe und schokoladige Aromen.

Die grüne Kaffeebohne durchläuft bei zunehmender Temperatur und Röstdauer während des Röstprozesses eine farbliche Veränderung und wird braun. Die Grafik veranschaulicht die Kaffee- und Espressoröstung.

Single Origins

Immer mehr Kaffees kommen aus nur einem Anbauland und werden aufgrund der Sortenreinheit als Single Origin bezeichnet. Der Wunsch vieler Kaffeeliebhaber nach einem exklusiven und außergewöhnlichen Geschmack wird durch Single Origin-Produkte erfüllt.

Für die Single Origin-Kaffees werden nur die besten Bohnen einer Ernte ausgewählt. Häufig stammen diese aus den kühlen Hochlandregionen, mit der eine langsame Reifephase der Kaffeekirschen einhergeht. Diese Anbauweise schlägt sich häufig im Preis nieder, macht sich aber auch geschmacklich bemerkbar.

Mit den verschiedenen Herkunftsländern entlang des Kaffeegürtels gehen unterschiedliche Aromen und Geschmacksnoten einher, die durch die vielfältigen klimatischen Bedingungen des jeweiligen Anbaugebietes geprägt werden. Single Origin-Kaffees reflektieren die Geschmacksbesonderheiten der Provenienz und werden in der Regel weniger stark geröstet als ein Blend. Das unverwechselbare Aromaprofil der einzelnen Herkunftsländer macht die Single Origin Kaffees so besonders.