Barraquito

Barraquito: die kanarische Kaffeespezialität

Carola von

Formvollendet türmen sich die verschiedenen Schichten aus Kondensmilch, Likör, Espresso und Milchschaum im Glas aufeinander, ohne sich zu vermischen – ein echtes kulinarisches Kunstwerk. Die Zubereitung der kanarischen Kaffeespezialität Barraquito erfordert etwas Übung und vor allem das richtige Rezept. Wie man den perfekten Barraquito mischt und serviert, erklären wir hier.

Dessert, Cocktail oder Kaffee – was ist der Barraquito?

Der Barraquito gehört zu den neuesten Kaffeetrends in unseren Breiten: Seine Wurzeln liegen auf der Vulkaninsel Teneriffa. Heute wird er aber auch auf den Nachbarinseln La Gomera und La Palma serviert. Nach Deutschland mitgebracht haben ihn begeisterte Urlauber, die die Spezialität vor Ort kosten konnten.

Um die „Entstehungsgeschichte“ des Barraquito ranken sich verschiedene Legenden; sicher ist, dass dies Kaffee Schichtgetränk seinen Ursprung Mitte des letzten Jahrhunderts in Puerto de la Cruz auf Teneriffa hat. Der Barraquito wurde, so die Erzählung, erstmals in der „Bar Imperial“ an der Plaza de la Paz zubereitet. Diese kleine Bar suchte täglich ein Herr mit dem Spitznamen „Barraquito“ auf, um dort zu frühstücken. Jeden Tag bestellte er dasselbe: einen Café cortado mit süßer Kondensmilch in einem großen Glas, ein Gläschen Licor 43, ein Stück Zitronenschale und etwas gemahlenen Zimt. Sobald der Barista seinen Stammkunden kommen sah, begann er, die verschiedenen Getränke zuzubereiten. Bald wurde nicht mehr nur der Kunde „Barraquito“ genannt, sondern auch seine Bestellung. Ob der Kunde den Licor 43 direkt in den Café cortado kippte oder solo dazu trank, ist nicht überliefert.

Heute wird der Barraquito in vielen Bars auf den Kanarischen Inseln serviert. Die Qualität, der Preis und die Zubereitung können variieren. Dieses leckere Getränk wird in seiner kanarischen Heimat am Morgen, am späten Nachmittag oder nach dem Essen getrunken.

Das Barraquito-Rezept – wie macht man Barraquito?

Zutaten

  • 30 ml süße Kondensmilch, Fettgehalt mindestens 10 %
  • 1 Tasse Café solo (Espresso)
  • 1 Schuss Licor 43 (Vanillelikör)
  • Milchschaum
  • gemahlener Zimt

Und so zaubert man einen echt kanarischen Barraquito

Die Grundlage der kanarischen Rezeptur ist ein hochwertiger Espresso. Er sollte nicht abgestanden sein, sondern möglichst heiß in das Glas eingeschenkt werden.

  • Zunächst wird die süße Kondensmilch in ein schmales hohes Glas gegossen. Die erste Schicht sollte etwa ¼ des Glases einnehmen.
  • Jetzt gibt man vorsichtig einen Schuss Likör in das Glas. Je langsamer eingefüllt wird, desto größer ist die Chance, dass die verschiedenen Schichten sich nicht miteinander vermischen. Das muss man üben und gelingt nicht gleich beim ersten Mal.
  • Als Nächstes kommt der Café solo an die Reihe: Damit der Kaffee nicht in die unter ihm liegenden Schichten gerät, empfiehlt es sich, ihn vorsichtig über einen Teelöffel zu gießen und an der Innenwand des Glases entlang laufen zu lassen.
  • Nun wird der halb fertige Barraquito mit aufgeschäumter Milch aufgefüllt.
  • Zum Schluss bestäubt man den Milchschaum mit etwas Zimt und dekoriert das Ganze mit einem kleinen Stück Zitronenschale.

Beliebte Barraquito-Kaffee-Variationen: Wie trinkt man Barraquito?

Je nachdem, wo man sich auf den Kanaren aufhält, wird das klassische Kaffee Mischgetränk unterschiedlich zubereitet und serviert.

Der Likör:

Variieren kann z. B. der Likör, mit dem der Barraquito verfeinert wird. Statt des spanischen Licor 43 kann man den jamaikanischen Kaffee-Likör Tia Maria oder den brasilianischen Zuckerrohrschnaps Cachaça verwenden. Die Dosierung des Alkohols wird auf den Kanaren ebenfalls sehr unterschiedlich gehandhabt.

Wird das Heißgetränk mit einem kleinen Schuss Alkohol verfeinert, wird er auf Spanisch auch als „Barraquito especial“ oder „Barraquito completo“ bezeichnet. Wenn besonders viel Likör enthält, heißt er auf den Kanaren „Barraquito Zaperoco“ oder „Barraquito extra licor“.

Kondensmilch, Milch, Sahne:

Klassischerweise wird die kanarische Variante mit leche condensado (Kondensmilch) zubereitet. Man kann statt der Kondensmilch aber auch normale Milch nehmen oder jeweils die Hälfte von beidem.  Die Bewohner der Kanaren bestellen dann den „Barraquito leche y leche“.

Wer es etwas gehaltvoller zubereiten möchte, kann statt mit Milchschaum auch mit geschlagener Sahne auffüllen. Auch diese Variante findet man auf den Kanaren. Einen besonderen Namen hat sie allerdings nicht.

Auf dem spanischen Festland erfreut sich die kanarische Kaffeespezialität übrigens nicht so großer Beliebtheit: Bestellt man in Madrid oder Barcelona einen Barraquito, kann es also durchaus sein, dass der Barista verständnislos guckt.

Was serviert man zum Barraquito?

Vor dem Trinken wird das Getränk in aller Regel umgerührt. Daher sollte man in jedem Fall einen Teelöffel neben das Glas legen. Zucker gehört dazu. Serviert man das Heißgetränk am Morgen, am Nachmittag oder als Dessert, kann man einen Keks, ein Stück Konfekt oder Schokolade dazu reichen.

Barraquito – der kanarische Kaffeeklassiker

Wichtig für das Gelingen des Barraquito sind vor allem zwei Dinge.

  • Die Zutaten: Espresso, Likör und Milch bestimmen den Geschmack des Barraquito. Werden minderwertige Ingredienzien verwendet, schmeckt man das sofort. Also auch für das Milch-Alkohol-Kaffee-Getränk nur beste Zutaten verwenden!
  • Das Schichten: Das original wird in Schichten serviert, und gerade diese feine Unterteilung im Glas macht ihn zu einem echten Hingucker. Auch wenn die Schichtung der einzelnen Zutaten keinen Einfluss auf den Geschmack hat – hinterher wird sowieso alles vermischt –, so ist sie doch wichtig, denn das Auge „trinkt“ in diesem Fall mit.

Mehr über angesagte internationale Kaffeetrends erfahren Sie in unserem Aromatico-Blog.

Beitragsbild: ©adobestock:rh2010

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6 KommentarE
  1. Avatar
    Manfred 2 Jahren vor

    Hört sich sehr gut an. Wo kann mann oderauch frau in Deutschland die schönen kugkigen Gläser – oben erstes Bild – kaufen? Bin Ende Januar auf der Insel Tenerifa. Wo kann ich sie in Sana Cruz bekommen?
    Vielen Dank für eine Antwort.

  2. Avatar
    Jürgen Teichert 2 Jahren vor

    Liebe Carola!
    Danke für den Artikel über mein Lieblings Getränk
    Barraquito.
    Alles sehr gut erklärt und beschrieben.
    Nur eins hast du anscheinend noch nicht
    gewusst:
    Auf meiner Lieblingsinsel El Hiero (liegt wunderbar
    versteckt hinter Gomera) gibt es bei Janine in Frontera den allerbesten Barraqito Special.
    Da solltest du unbedingt mal hinfahren.
    Liebe Urlaubsgrüsse aus El Hierro
    Jürgen ?‍♂️? und Bonbon

  3. Carola
    Carola 2 Jahren vor

    Hallo, leider kann ich nicht sagen, wo es diese Gläser zu kaufen gibt. Ähnliche Gläser habe ich bei Amazon gefunden. https://www.amazon.de/Bormioli-Officina-Trinkglas-B%C3%BCgelverschluss-F%C3%BCllmenge/dp/B01NBK87AL/ref=sr_1_8?ie=UTF8&qid=1546936784&sr=8-8&keywords=Barraquito

    Viel Spaß auf Tenerifa

  4. Avatar
    Ralf Jonas 1 Jahr vor

    Hallo, vielleicht ein kleiner Hinweis: Unsere Kondensmilch ist im spanischen NICHT leche condensada, sondern leche evaporada.
    Die für den Barraquito verwendete leche condensada entspricht dem, was wir in Deutschland als „Milchmädchen“ in der Tube kaufen können (z. B. Real, Kaufland, etc.)
    Ansonsten eine schöne Übersicht.
    Vielen Dank.

  5. Avatar
    Wolfgang 5 Monaten vor

    Moin Carola,
    vielen Dank für dieses wunderbare Barraquito Rezept! Ich konnte diese Spezialität gerade an diesem Wochenende genießen-mit Likör!

    Ein kleiner Tipp von mir, die Worpsweder Bonschen Manufactur hat einen Chili-Cafè Bonbon (Bonschen). Wenn Du nun diesen, leckeren Bonbon in den Mund nimmst, dazu einen „guten“ Kaffee genießt, dann bekommt man eine Geschmacksexplosion.

    Diese Kombination ist etwas für Genießer- Chili-Cafè Trift auf Bohnenkaffee-einfach lecker!
    Sonnige Grüße aus Worpswede Wolfgang

  6. Carola
    Carola 5 Monaten vor

    Hallo Wolfgang,
    vielen Dank für den Tipp.
    Viele Grüße Carola

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