Kaffeemaschine

Die Kaffeemaschine: Tipps zu Auswahl und Handling

Carola von

Aromatischer Kaffee weckt zuerst die Geruchsnerven, dann die Vorfreude und mit dem Genuss die Lebensgeister. Die Methoden der Zubereitung gestalten sich ebenso variantenreich wie die Vielzahl der Kaffee-Spezialitäten, die sich zaubern lassen. Fällt die Wahl auf eine Kaffeemaschine, sind die nächsten Fragen vorprogrammiert: Welches Modell eignet sich für die individuellen Bedürfnisse am besten – oder soll es ein Kaffeevollautomat sein? Und welche Rolle spielt die Qualität des Wassers und die der Bohnen?

Die beste Kaffeemaschine: eine Frage der Anforderungen

Ob zu Hause oder im Büro: Viele Zubereitungsarten führen zu vollmundigem Kaffee. Neben mechanisch zu bedienenden Kaffeebereitern wie French Press, Bialetti, Cuccuma & Co. steht eine große Bandbreite elektrisch betriebener Kaffeemaschinen zur Auswahl. Eines vorweg: Die eine beste Kaffeemaschine gibt es schon deshalb nicht, weil sich die Ansprüche der Kaffee-Genießer so erheblich voneinander unterscheiden wie die verwendeten Systeme.

  • Filtermaschinen arbeiten nach dem Brühverfahren, die Zugabe von Kaffeepulver erfolgt händisch in den Kaffeefilter.
  • Kapsel- und Pad-Systeme bereiten Kaffee per Druckverfahren zu – die Kapsel oder das Pad wird vor jeder Kaffeebereitung eingelegt.
  • Siebträgermaschinen funktionieren ebenfalls mit Druck – das Kaffeepulver wird manuell für jede Tasse in Siebträger gefüllt, die in das Gerät eingespannt werden.
  • Kaffeevollautomaten basieren auf dem Druckverfahren – auf die Kaffeebohnen in ihrem Bohnenbehälter erfolgt bei jeder Portion automatischer Zugriff.

Ob eine Kaffeemaschine oder eher ein Vollautomat für den persönlichen Anspruch ideal ist, hängt vor allem von der Affinität für die „Bean to cup“-Philosophie – vom Mahlen zum fertigen Kaffee per Knopfdruck – ab. Welcher Vollautomat wiederum der beste ist, liegt im Qualitätsanspruch des Benutzers. Das Herzstück eines guten Vollautomaten bilden langlebige Mahlwerke aus gehärtetem Stahl. Man sollte darauf achten, dass die Mahlwerke auch separat und bereits vorjustiert erhältlich sind – das ist ein großer Vorteil, da Mahlwerke Verschleißteile darstellen.

Kleine Kaffeemaschine oder Vollautomat – was passt zu mir?

Die nachfolgenden Kriterien dienen als Checkliste und Entscheidungshilfe bei der Wahl des optimalen Geräts.

Die Beanspruchung

An eine Kaffeemaschine für kleine Haushalte und Wenigtrinker werden andere Erwartungen gestellt als an gemeinschaftlich und intensiv genutzte Geräte in Großfamilien, Büros oder gastronomischen Betrieben. Beschränkt sich der tägliche Kaffee-Genuss auf einen morgendlichen Espresso, eignet sich eine Kapselmaschine wunderbar. Konsumieren im Laufe des Tages mehrere Personen unterschiedliche Kaffeegetränke, wird ein Kaffeevollautomat, beispielsweise von Jura oder De’Longhi, viel Freude bereiten. Für die gleichzeitige Bereitung mehrerer Tassen empfiehlt sich die Filtermaschine.

Der Weg zum Lieblingskaffee

Die Vorliebe für bestimmte Zubereitungsarten sowie Kaffee-Spezialitäten beeinflusst die Entscheidung für den Typ der Kaffeemaschine ebenfalls maßgeblich. Ein Espresso-Fan benötigt eine Kaffeemaschine, die nach dem Druckverfahren arbeitet. Dazu zählen neben Siebträger- auch Kapsel- und Pad-Maschinen sowie Vollautomaten. Wer Filterkaffee bevorzugt, ist mit der Variante des Brühverfahrens einer Filtermaschine rundum glücklich. Soll das Gerät per Knopfdruck Spezialitäten wie Cappuccino bereiten können, ist ein Kaffeevollautomat eine hervorragende Wahl.

Platzbedarf, Handling & Wartung

Der vorhandene Platz spielt ebenso eine Rolle wie die Bedienbarkeit und Wartung. Durch geringen Platzbedarf und minimalen Wartungsaufwand zeichnen sich Systeme mit Kapseln und Pads aus, gefolgt von der klassischen Filtermaschine. Kaffeevollautomaten sind größer ausgeführt und verfügen über integrierte Spül-, Reinigungs- und Entkalkungsprogramme. Im Gegensatz dazu erfordern die kompakten Siebträgermaschinen die Reinigung einzelner Komponenten von Hand.

Die Befüllung

Soll die Kaffeemaschine mit Bohnen, gemahlenem Kaffee, Kapseln oder Pads befüllt werden? Jede dieser Varianten repräsentiert ein eigenständiges System. Kaffee aus frisch gemahlenen Bohnen zeichnet sich durch optimale Geschmacksentfaltung aus. Kapseln und Pads sind bereits abgepackt und portionsweise gebrauchsfertig. Das Kaffeepulver für die Filter- und die Siebträgermaschine kann zuvor mithilfe einer Kaffeemühle frisch gemahlen werden. Diese ist bei einigen Siebträger-Varianten ebenfalls, bei Vollautomaten standardmäßig integriert. Hier erfolgt das Mahlen – nach Wahl des Lieblingskaffees – portionsweise vor der Zubereitung.

Die Ausstattung

Welche Features soll die neue Kaffeemaschine mitbringen? Je nach System und Modell ist ein Kegel- oder Scheiben-Mahlwerk aus Keramik oder Stahl integriert, der Mahlgrad wählbar, der Brühdruck regulierbar und die Wassertemperatur einstellbar. Über diese Ausstattungsmerkmale verfügen – je nach Ausführung – Siebträgermaschinen sowie alle Kaffeevollautomaten. Diese integrieren darüber hinaus auch Milchaufschäumer. Umstellbare Düsen für Heißwasser oder Dampf gehören zur Grundausstattung von Siebträgern, Kapsel- und Pad-Systemen.

Von Wasser, Bohnen und Mahlgrad – auf die Details kommt es an

Das Trinkwasser und die darin gelösten Stoffe können den Kaffeegeschmack beeinflussen. Im Trinkwasser macht der Gehalt an Mineralien (kalkbildende Stoffe) die Wasserhärte aus. Die Mineralien setzten sich aus dem Gesamtsalzgehalt, der Karbonat-, der Permanent- und der Gesamthärte zusammen. Abhängig von der Region in Deutschland und der hier zu findenden Bodenbeschaffenheit variiert die Wasserhärte und der pH-Wert. Die Wasserhärte wird durch den Gehalt an Kalzium- bzw. Magnesiumionen (Permanenthärte) und der Karbonathärte (temporäre Härte) bestimmt und in °d gemessen.  Idealerweise liegt der Säure-Basen-Spiegel von Kaffeewasser im neutralen Bereich von 7 pH, die Wasserhärte im mittleren von 4–8°d ist perfekt. Zu weiches Wasser mit einem sauren pH-Wert verstärkt die Fruchtnote des Kaffees, während zu hartes, basisches Wasser den Säuregehalt neutralisiert und rascher zu Kalkablagerungen in der Kaffeemaschine führt. Diese beeinträchtigen den Durchfluss des Wassers sowie das Aroma, weshalb regelmäßiges Entkalken bei allen Systemen so wichtig ist.

Der Mahlgrad ist das Zünglein an der Waage, wenn es um die perfekte Extraktionszeit geht – jene Zeitspanne, während derer das Kaffeepulver mit Wasser in Berührung kommt. Fällt er zu fein aus, ist das Ergebnis bitter, ist er zu grob, säuerlich. Grundsätzlich gilt für Mahlgrade:

  • fein für Espressomaschinen
  • mittel für Filtermaschinen
  • grob für mechanische Kaffeebereiter (z.B. French Press)

Die Auswahl der Kaffeebohnen ist bei Vollautomaten je nach Mahlwerk vorgegeben oder frei wählbar. Trifft Letzteres zu, lohnt ein Vergleich der Geschmacksprofile und Empfehlungen bei den jeweiligen Beschreibungen der Kaffeesorten.

Die wichtigsten Facts rund um die Kaffeemaschine im Überblick

  • Die Systeme von Kaffeemaschinen unterscheiden sich in Filter-, Kapsel-, Pad- und Siebträgermaschinen sowie Kaffeevollautomaten.
  • Die Auswahl des Geräts resultiert aus der Präferenz für eine Zubereitungsart und/oder diverse Kaffee-Spezialitäten, dem Platzangebot, der Wartung und Reinigung.
  • Kaffeevollautomaten erledigen die Zubereitung per Knopfdruck vollautomatisch – vom Mahlen bis zum fertigen Cappuccino.
  • Die optimale Wasserhärte, das richtige Zubereitungsverfahren durch Brühen oder Druck, der Mahlgrad und die Wahl der Bohnen bestimmen die Qualität des Kaffees.

Beitragsbild: ©IStock: SomchaiChoosiri

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