Espazzola Titelbild

Im Aromatico Interview: Espazzola

Carola von

Aromatico hat sich mit dem Erfinder der Espazzola getroffen und möchte mehr über die Person hinter diesem genialen Produkt erfahren. Die Firma Protonea Senger hat eine neue, innovative Art der Brühgruppenreinigung erfunden. Damit leckerer Espresso gelingt, muss jede Brühgruppe regelmäßig gereinigt werden. Das Reinigen eines Siebträgers ist eine ungeliebte Tätigkeit, deshalb sollte sie so leicht und effektiv wie möglich durchgeführt werden können.

In der Brühgruppe eines Siebträgers findet der eigentliche Brühprozess statt. Die Entscheidung, sich eine Siebträgermaschine anzuschaffen, hängt auch damit zusammen, wie gut sie sich reinigen lassen. Egal für welche Maschine oder welches Modell man sich entscheidet – eins ist klar, das Herzstück der Siebträgermaschine bedarf besonderer Pflege, damit der Espressogenuss auch ein Genuss bleibt.

Brühgruppen werden in der Regel sehr robust und stabil konzipiert. Metalle und Kunststoffe wechseln sich ab und die Brühgruppendichtungen sind oft aus Gummi oder Silikon. Betrachtet man alle Materialeigenschaften und denkt darüber nach, dass bis zu 95°C heißes Wasser mit Kaffeepulver in der Brühgruppe zu der kleinen schwarzen Köstlichkeit namens Espresso zusammenwirken, wird klar – die Reinigung darf nicht unterschätzt werden, sonst nützt die beste Maschine und der leckerste Kaffee nichts.

Alle Espressi bei Aromatico

AROMATICO: Herr Senger bitte stellen Sie sich kurz vor?

Alexander Senger: Ich bin gelernter Schreiner und studierter Physiker. Deshalb habe ich einen Hang zu handwerklichen Lösungen mit einer gewissen kopflastigen Note.

AROMATICO: Geben Sie uns kurz einen Einblick in Ihre Motivation? Was treibt Sie an?

Alexander Senger: Kaffee! Natürlich am liebsten sehr lecker und mit möglichst wenigen nervigen Arbeitsschritten verbunden.

AROMATICO: Wie sind Sie auf die Idee zur Espazzola gekommen?

Alexander Senger: Ich bin ein Genusstrinker wenn es um Kaffee geht. Ein guter Espresso, richtig zubereitet aus einer leckeren Bohne ist er jedes Mal ein Lichtblick im Alltag. Dafür sind viele Voraussetzungen wichtig, die Sauberkeit der Maschine steht ganz weit oben in der Liste.

Die notwendige tägliche Reinigung der Brühgruppe fand ich mit den üblichen Hilfsmitteln (kleine Bürsten und das ‚Wiggeln‘, also das Durchspülen mit einem nicht ganz geschlossenem Blindsieb) immer sehr mühsam und lästig. Deshalb hatte ich mir selbst so etwas wie eine Spülmaschine für die Brühgruppe gewünscht.

© Protonea Senger Eine Espazzola in Rot

AROMATICO: Was bedeutet Espazzola? Bitte erklären Sie kurz das Funktionsprinzip?

Alexander Senger: Der Name ‚ESPAZZOLA‘ ist aus den Begriffen ‚Espresso‘ und ‚Spazzola‘ (italienisch für Bürste) zusammen gesetzt.

Und das ist die Espazzola: eine spezielle Bürste für die Brühgruppe in Espressomaschinen. Mit ihrem flexiblen Silikoneinsatz (der ‚Membran‘) kleidet sie alle Flächen in der Brühgruppe aus – ungefähr so wie ein umgedrehter Handschuh. Durch Hin- und Herbewegen der Espazzola werden dann alle diese Flächen gleichzeitig abgebürstet – statt mit einem kleinen Bürstenkopf die Kaffeereste im Wesentlichen nur von einer Seite zur anderen zu schieben.

Der zweite wichtige Punkt ist, dass wir mit der speziellen Form der Espazzola das heiße Wasser aus der Maschine durch die gesamte Brühgruppe leiten – bis hinauf zur Dichtung – und dann auf der Außenseite in der umlaufenden Rinne sicher auffangen und sauber in die Tropfschale der Espressomaschine ableiten. Die Kombination aus einer allumfassenden Bürste und dem kochenden Wasser, das die losgelösten Kaffeereste gleich fortspült, ist das ‚Geheimnis‘ der schnellen Reinigung die mit der Espazzola möglich ist.

Dabei war uns besonders wichtig, dass der Anwender weder mit dem Wasser aus der Maschine noch mit dem Metall der Brühgruppe in Kontakt kommen muss. Ich habe mir selbst oft genug die Finger verbrannt, wenn ich Brühgruppen mit den herkömmlichen Werkzeugen sauber gemacht habe.

Mit der Espazzola ist die Reinigung der Brühgruppe deshalb nicht nur viel schneller und einfacher, sondern auch deutlich angenehmer und sicherer.

Die Welt der Siebträgermaschinen

AROMATICO: Was ist die Kernkompetenz der Firma Protonea Senger?

Alexander Senger: Ich denke, dass viele Anwendungen im Alltag – beispielsweise die einfachen Bürsten, mit denen man früher Brühgruppen sauber gemacht hat –  noch sehr von technischen Vorgaben der Vergangenheit bestimmt sind. Damals konnte man nur vergleichsweise einfache Formen realisieren wenn man in größeren Stückzahlen produzieren wollte.

Mit den modernen Entwicklungs- und Fertigungsmöglichkeiten, kombiniert mit den fantastischen Eigenschaften moderner Werkstoffe, werden plötzlich ganz andere Lösungen möglich. Die Espazzola wäre in ihrer komplizierten Gestalt und der besonderen Funktionalität für diese alltägliche Anwendung noch vor 10, 20 Jahren nur von wenigen Spezialfirmen und zu viel höheren Kosten machbar gewesen.

Wir haben großen Spaß daran, mit den neuen technischen Möglichkeiten zu spielen und Werkzeuge zu entwickeln, die genau auf ihre Aufgabe angepasst sind. Ich denke, es macht Sinn, (viel) mehr Mühe in die Entwicklung zu stecken, wenn die Anwendung für den Nutzer dafür schnell und einfach geht – und im besten Fall sogar Spaß macht.

AROMATICO: Wie trinken Sie Ihren Kaffee am liebsten?

Alexander Senger: Ziemlich klassisch: Espresso, Espresso Macchiato oder Cappuccino. Schnell, heiß und lecker.

AROMATICO: Was sind Ihre Vertriebswege?

Alexander Senger: Am liebsten erreichen wir Anwender über spezialisierte Händler – beispielsweise Aromatico. Da stimmt Beratung und Auswahl für den Kunden.

Falls jemand den Weg zu uns findet, verkaufen wir aber auch gerne direkt online. Durch den unmittelbaren Kontakt zu den Nutzern erhalten wir viel einfacher Feedback. Damit erhalten wir wichtige Informationen, wie wir die Espazzola besser machen können.

AROMATICO: Sie halten für die Espazzola ein Patent – halten sie weitere Patente?

Alexander Senger: Die Espazzola ist durch mehrere internationale Patente geschützt. Für andere Ideen haben wir auch schon verschiedene Schutzrechte angemeldet, bzw. erhalten.

Allerdings sind Patente eine sehr mühsame und teure Angelegenheit – das lohnt sich für uns nur, wenn ein Produkt auch wirklich gekauft wird.

AROMATICO: Haben Sie mit der Espazzola bereits Preise gewonnen?

Alexander Senger: Wir haben die Espazzola auf der World Of Coffee 2017 einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt und dort den ‚Best New Product Award‘ in der Kategorie ‚Coffee Accessories‘ gewonnen.

Am Meisten freuen wir uns aber über begeisterte Rückmeldung in Kaffeeforen. Da spricht der Anwender.

© Protonea Senger Die Espazzola als Preisträger

AROMATICO: Was sind ihre nächsten Schritte und Ideen?

Alexander Senger: Bei der Espazzola arbeiten wir an einem Update und außerdem an einem zweiten praktischen Werkzeug im Kaffeebereich.

Wir haben auch ein paar andere Projekte in unterschiedlichen Entwicklungsstadien – allerdings ohne Kaffeebezug.

Leider können wir dazu noch nicht viel erzählen – neue Produkte brauchen ein bisschen Geheimhaltung.

Beitrgsbild: © Protonea Senger

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