Vietnam

Vietnam: Ca phe sua, die Kaffeespezialität

Anika von

Vietnam zählt zu den bedeutendsten Kaffeeanbauländern der Welt. In der Kaffeescene bekannt ist Vietnam für Robusta Kaffeebohnen und hohe Exportzahlen. Eher unbekannt ist die Art und Weise wie die Vietnamesen ihren Kaffee trinken. Denn was der Espresso in Italien oder der Mokka in der Türkei, ist in Vietnam der Ca phe sua – eine Art Milchkaffee mit gesüßter Kondensmilch.

Kaffee trinken in Vietnam

Ein vietnamesischer Phin
Ein vietnamesischer Phin – vielen Dank an Vanessa, die uns den Phin zur Verfügung gestellt hat

Während in Europa Kaffeevariationen wie Cappuccino oder Latte Macchiato mit frischer Milch zubereitet werden, schwören die Vietnamesen auf gezuckerte Kondensmilch. Sie hat sich zu einer Zeit durchgesetzt, als das Versorgungsnetz in Vietnam noch nicht so stark ausgebaut war und in dem heißen Klima Frischmilch schlicht zu schnell verdarb. Seither verleiht die Kondensmilch dem vietnamesischen Kaffee eine fast schon cremige Konsistenz und sorgt für das unvergleichlich süß-herbe Geschmackserlebnis. Wer in Vietnam einen Kaffee bestellt, erhält ein Glas mit Kondensmilch, auf dem ein Metallsieb (der „Phin“) gefüllt mit Kaffee und Wasser steht. Der Gast kann nun dem Kaffee dabei zusehen, wie er ganz langsam ins Glas tropft und sich auf der hellen Kondensmilch eine dunkle Schicht Kaffee bildet. Ist der Filter durchgelaufen, wird der Kaffee umgerührt und fertig ist der „Ca phe sua nong“ – der heiße Kaffee. Wer bei dem subtropischen Klima eine Erfrischung braucht, für den ist der „Ca phe sua da“ eine gute Alternative. Eine Art Eiskaffee-Zubereitung bei der Eiswürfel nach dem Umrühren zugefügt werden.

In Vietnam wird vorwiegend die Robusta-Bohne angebaut. Dafür werden die Bohnen dunkel geröstet und relativ grob gemahlen. In der Tasse entsteht somit ein kräftiges Geschmackserlebnis.

Ein Ca phe sua für zu Hause

Ein Phin in seine Einzelteile aufgeteilt: der Deckel, der BEcher mit Sieblöchern, der Siebeinsatz und die Untertasse mit Sieblöchern
4 Teile einer Phin: Untertasse mit Sieblöchern, dem Siebeinsatz, Becher mit Sieblöchern am Boden und einem Deckel

Auch zu Hause lässt sich der Ca phe sua leicht zubereiten, vorausgesetzt man hat das richtige Equipment. Herzstück ist dabei natürlich der Phin – ein mehrteiliger Metallfilter. Er besteht aus insgesamt 4 Teilen: einer Untertasse mit Sieblöchern, einem Becher mit Sieblöchern am Boden, einem Siebeinsatz und einem Deckel.

Zutaten:

  • 3 gehäufte TL Kaffeepulver
  • Kondensmilch nach Belieben
  • Eiswürfel

Zubereitung:

  1. In ein hitzebeständiges Glas ca. 1 cm hoch gezuckerte Kondensmilch geben.

    grob gemahlener, starker Kaffee wird in die Phin gegeben
    Grob gemahlener starker Kaffee für die Zubereitung
  2. Den Einsatz des Metallfilters herausnehmen und das Kaffeepulver hineingeben. Den Einsatz auf das Pulver setzen und leicht andrücken (bei Stellschrauben diese ein wenig anziehen). Nun den Filter auf das Glas mit der Kondensmilch stellen.
  3. Ein wenig Wasser auf den Metallfilter geben und den Kaffee ca. 30 Sekunden quellen lassen.
  4. Nun den Filter mit Wasser auffüllen.
  5. Der Kaffee tropft langsam auf die Kondensmilch ins Glas. Die Kaffee ins durchgelaufen nur noch umrühren und genießen.
  6. Wer will, kann nun noch Eiswürfel hinzufügen.

Vietnamesischer Kaffee in vielen Varianten

Der Ca phe sua: heißer Kaffee tropft aus dem Filter (Phin) in ein mit Kondensmilch gefülltes Glas
Das fertige Getränk

Neben dem Ca phe sua gibt es noch weitere vietnamesische Kaffeespezialitäten. Beispielsweise den Ca phe sua chua, bei dem in den durchgelaufenen Kaffee Naturjoghurt gegeben wird. Ein bisschen Kondensmilch für die Süße obendrauf darf es auch sein.

Für einen Ca phe trung hingegen wird ein Ei benötigt. Das Eigelb wird mit etwas Zucker über einem warmen Wasserbad aufgeschlagen und dann in den Kaffee gegeben.

Für ein besonders exotisches Erlebnis eignet sich auch der Ca phe dua, welcher mit Kokosnussmilch serviert wird.

Wem diese vielen Variationen jedoch zu viel sind und der lieber einen schwarzen Kaffee genießen möchte, der sollte bei einem Ca phe den bleiben. Einfacher, schwarzer, vietnamesischer Kaffee, natürlich aus dem Phin, dafür aber ohne weitere Zutaten.

Ein Überblick

  • In Vietnam wird vorwiegend die Robusta-Bohne angebaut.
  • Der Kaffee für einen Cap he sua ist stark und dunkel geröstet.
  • In einen Ca phe sua gehört immer gesüßte Kondensmilch.
  • Die Eiskaffeevariante heißt Ca phe sua da, während der heiße Kaffee die Bezeichnung Ca phe sua nong trägt.
  • Der Kaffee „Cap he sua“ wird mit einem speziellen Filter, dem Phin, direkt am Tisch gebrüht.

Beitragsbild: ©iStockphoto: zabgoe2525

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