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Affogato: Italien, Eis und Espresso einfach köstlich

Carola von

Caffè ristretto, corretto, macchiato oder shakerato – Italien ist bekannt für seine Kreativität, die sich auch und vor allem in der Zubereitung von kulinarischen Spezialitäten manifestiert. So gibt es wohl kein anderes Land auf der Welt, in dem man seinen Espresso, den berühmten „caffè“, auf so viele unterschiedliche Arten genießen kann. Eine im langen heißen italienischen Sommer beliebte Tradition auf dem ganzen Stiefel ist der „Affogato al caffè“, kurz „Affogato“ und im Deutschen auch „Caffè affogato“ genannt.

Caffè oder Gelato – was ist ein Affogato oder Caffè affogato?

Obwohl der Affogato in den Sommermonaten zum Standardprogramm vieler italienischer Kaffeebars gehört, ist er kein Kaffee im klassischen Sinne, sondern wird zu den Eisspezialitäten gezählt und ist somit eine Süßspeise. So kann man ihn nicht nur in der Bar, sondern auch in der Gelateria, in der Pasticceria oder im Restaurant bestellen.

Serviert wird er als „dolce“ zum Abschluss eines Essens oder als kleine Zwischenmahlzeit am Nachmittag. Schleckermäuler starten den Tag in der Bar an besonders heißen Tagen auch gern mit einem Affogato. Für solche ungewöhnlichen Frühstückstraditionen sind vor allem die Süditaliener, allen voran die Sizilianer bekannt.

Die einfachste Variante des Affogato besteht aus einer Kugel Cremeeis und einer Espressotasse Caffè. Doch Italien wäre nicht Italien, wenn es bei der Zubereitung dieser leckeren Espresso Eis Kombination nicht zahlreiche Raffinessen und Varianten gäbe. Bevor es jedoch ans Eingemachte geht, noch kurz ein Ausflug in die italienische Sprache.

Was bedeutet „Affogato“?

Wörtlich übersetzt bedeutet der Begriff „affogare“ ertrinken. In der italienischen Küche wird er häufig für die Zubereitung von Speisen verwendet, die in einer Soße oder Wasser gekocht und/oder serviert werden. Berühmt sind z. B. die „uova affogate“ (pochierte Eier) oder die „polipetti affogati“ (Oktopus in Tomatensoße).

Beim Affogato al caffè „ertrinkt“ das Eis sozusagen im Caffè, da es langsam zerschmilzt und sich dabei mit dem Espresso für eine kurze Zeit zu einer wunderbar aromatischen Melange vermischt. Ein echtes Geschmackserlebnis – vor allem an lauen Sommerabenden.

Das Espresso-affogato-Rezept – wie wird ein Affogato zubereitet?

Selbstverständlich hängt das Genusserlebnis der selbst zubereiteten Espresso Eis Kombination von der Qualität der Eiscreme und des Espresso ab: Je feiner und cremiger das Gelato und je aromatischer der Kaffee, desto besser der Geschmack.

Für die klassische Variante benötigt man:

  • Cremeeis (jeweils eine Kugel pro Portion)
  • frisch gebrühten Espresso (eine Tasse pro Eiskugel)

Traditionellerweise wird der Affogato mit Vanilleeis zubereitet, eine Eissorte, die in den meisten Gelaterien in Italien aber nur selten angeboten wird. Die Milchproteine verbinden sich mit den Gerbstoffen und den Säuren des Kaffees und sorgen dafür, dass die Frucht- und Bitternoten im Geschmack weniger zur Geltung kommen.

Beliebt für die Zubereitung sind aber auch Geschmacksrichtungen wie Nocciola (Haselnuss), Crema (Sahne), Fiordilatte (Milcheis), Schokolade, Pistazie und Mandel. Bei der Auswahl der richtigen Eissorte spielen individuelle Geschmacksvorlieben eine große Rolle.

Ein Tabu ist es übrigens, Kaffee-Eis zu verwenden, denn die unterschiedlichen Kaffeearomen des Eises und des Espresso harmonieren in der Regel nicht.

Und so wird aus dem Gelato ein Affogato al caffè:

  • Das Eis einige Minuten vor dem Servieren aus dem Gefrierschrank nehmen und etwas weich werden lassen.
  • Währenddessen den Espresso kochen.
  • Eiskugeln in hohe gläserne Dessertschalen oder richtige Gläser geben.
  • Nun den Espresso zusammen mit den Dessertschalen servieren.

Wichtig ist es, den Espresso nicht direkt auf das Eis zu geben, damit dieses nicht schon geschmolzen am Tisch ankommt. Stattdessen werden Dessertschale und Espressotasse auf einem Teller angerichtet; so kann jeder sein Eis selbst zum Schmelzen bringen. Noch einfacher ist es, die Mokkakanne einfach in die Mitte des Tisches zu stellen, sodass sich jeder Gast bedienen kann.

Varianten des Affogato al caffè

Je nachdem, wo man sich in Italien aufhält, wird man den Affogato in den unterschiedlichsten Varianten genießen können. Zu den beliebtesten gehören:

  • Affogato al caffè con panna: Bei diesem Rezept wird die Eisspezialität zum Schluss mit einem Klacks frisch geschlagener Sahne bedeckt. Auch die kann in einem Gefäß auf den Tisch gestellt werden.
  • Affogato al caffè con cioccolato: Schokoladenliebhaber schätzen den Affogato mit Schokoladenstückchen oder Schokostreuseln verfeinert. Diese sollten allerdings aus erstklassiger Schokolade und frisch geraspelt sein.
  • Tartufo affogato nel caffè: Häufig bestellen die Italiener in der Bar oder Gelateria auch die Kombination aus einer der traditionellsten Eisspezialitäten und einem Caffè: Tartufo affogato nel caffè. Die aus Nuss- und Schokoladeneis gefertigte, mit Schokoladensoße gefüllte Eispraline Tartufo wird vor dem Servieren in Kakaopulver gewälzt und dann in einer Dessertschale mit dem Espresso serviert.

So wird der Affogato zum Geschmackserlebnis

  • Der Affogato al caffè ist ein mit Espresso zubereiteter Eiskaffee.
  • Für die Herstellung sollten nur sehr gute Cremeeis-Sorten und ein hervorragender, frisch gekochter Espresso verwendet werden.
  • Als Eissorten kommen Geschmacksrichtungen wie Vanille, Crema, Schokolade, Mandel, Fiordilatte oder Pistazie infrage.
  • Wird der Affogato am Tisch serviert, sollte der Espresso separat dazu gestellt werden: entweder in einer Espressotasse oder in der Mokkakanne.
  • Zu den beliebtesten Varianten des Affogato zählen der Affogato al caffè con panna (mit Sahnehaube), der Affogato al caffè con cioccolato (mit Schokostückchen) sowie das Tartufo affogato nel caffè.

Ob klassisch, mit Sahne, Schokolade oder Tartufo – der Affogato ist ein echter Klassiker und rundet jedes Essen stilvoll ab.

Beitragsbild: ©iStockphoto: VeselovaElena

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