Oatly Haferdrink im veganen Cappuccino Test

Anika von

Eine beliebte vegane Alternative zur Frischmilch ist der Haferdrink. In unserem Test über die Baristaeigenschaften von veganen bzw. vegetarischen Milchalternativen haben wir den Oatly Haferdrink untersucht und verkostet. Er schmeckt leicht süß, lässt sich aber schlecht aufschäumen. Wir haben getestet, wie er sich zusammen mit Kaffee als Cappuccino schlägt und herausgefunden was ihn ausmacht. 

Der Haferdrink in der Verkostung – unsere Ergebnisse

In unserer Blindverkostung haben unsere Tester den Haferdrink zunächst optisch sowie nach Geruch und Geschmack bewertet. Bei unserer Blindverkostung wussten die Teilnehmer nicht, welchen Pflanzendrink sie probieren und bewerten mussten. Optisch stellten wir beim Haferdrink eine gelbliche bis gräuliche Färbung fest. Der Geruch war neutral. Geschmacklich erinnerte uns der Drink tatsächlich an Getreide und war leicht süß. Die Konsistenz war eher cremig/dickflüssig. Die Baristaeigenschaften des Haferdrinks waren mäßig. Unser Barista Ali hat trotz seiner langen Erfahrung keinen Schaum aus dem Oatly Haferdrink herauskitzeln können. Der Milchschaum war sehr grobporig und extrem dünn. Wir konnten eine Schaumdicke von 0,7 cm messen. Die Messung der Standfestigkeit des Schaums war nicht möglich, denn im Zeitverlauf haben wir keine Veränderung festgestellt: wo nichts ist, kann nichts kaputt gehen. Als Cappuccino in Kombination mit unserem Espresso wirkte der Haferdrink flach und bitter. Durch den dominanten Eigengeschmack des Drinks wurde der Kaffee übertö nt. Insgesamt harmonierte dieser Drink mit dem Kaffee nicht so gut, auch die Textur war eher wässrig. Abgesehen vom Haferdrink haben wir auch weitere Pflanzendrinks verkostet und miteinander verglichen.

Und so wird aus Hafer ein Drink

Die Grundlage eines Haferdrinks ist Hafer, welcher zuerst gereinigt und entspelzt wird. Als nächstes wird der Hafer zermahlen und mit Wasser sowie Enzymen vermischt. Durch den Zusatz der Enzyme wird die Haferstärke zu Maltose, einem Zweifachzucker, abgebaut, weshalb der entstehende Drink leicht süß schmeckt. Im nächsten Schritt wird die Hafer-Wasser-Masse gefiltert. Dem so entstandenen Haferdrink werden eventuell noch weitere Zutaten wie Vitamine, Öl oder Zusatzstoffe beigefügt. Abschließend wird der Drink wärmebehandelt (beispielsweise ultrahocherhitzt) und steril abgefüllt.

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Warum ist ein Haferdrink so gesund?

Haferdrinks haben geringfügig mehr Kohlenhydrate als Frischmilc h, im tatsächlichen Zuckergehalt gleichen sie sic h jedoch. Dabei ist der Zuc ker, wie bereits beschrieben, produktionsbedingt abgebaute Haferstärke, während es sich bei der Frischmilch um Laktose (Milchzucker) handelt. Haferdrinks haben kaum Protein (ca. 1 g pro 100g) und noch weniger Fett. Dadurch sind sie etwas kalorienärmer als herkömmliche Frischmilch mit 1,5% Fett. Hafer ist ein wertvolles Getreide, das auch als Naturheilpflanze verwendet wird. 2017 ist er sogar als Arzneipflanze des Jahres gekürt worden. Und das zu Recht, denn sowohl äußerlich als auch innerlich wird Hafer für verschiedene Beschwerden eingesetzt. In Cremes und Kosmetika helfen die natürlichen Inhaltsstoffe bei Hautproblemen, wie einer Dermatitis. Wird Hafer hingegen verzehrt, kann er sich sowohl auf den Cholesterin- als auch den Blutzuckerspiegel senkend auswirken. Grund dafür sind die sogenannten β-Glucane. Das sind lösliche Ballaststoffe, die in den Randschichten des Haferkorns vorkommen und auch im Haferdrink enthalten sind.

Im Darm bindet β-Glucan überschüssiges Cholesterin und regt gleichzeitig die Neusynthese von Gallensäuren in der Leber an, wofür ebenfalls Cholesterin verwendet werden muss. So verbleibt weniger Cholesterin im Blut, das wirkt sich positiv auf unsere Blutfettwerte aus. Gerade für Typ 2 Diabetiker ist Hafer ein nützliches Lebensmittel. β-Glucane haben auf den Blutzuckerspiegel eine senkende Wirkung, indem sie für eine Verdickung des Speisebreis in Magen und Darm sorgen, was dazu führt, dass der Magen langsamer entleert wird. In der Folge werden Kohlenhydrate langsamer vom Darm aufgenommen und verzögert ins Blut abgegeben.

Warum Haferdrinks gut fürs Klima sind

Haferdrinks sind eine umweltfreundliche Alternative zu Frischmilch, wie eine schwedische Studie belegt. Denn für einen Liter Haferdrink wird nur ein Fünftel der für einen Liter Milch eingesetzten Landfläche verwendet. Zudem werden deutlich weniger Treibhausgase ausgestoßen, im Vergleich zu herkömmlicher Frischmilch ist es in etwa nur ein Drittel. Auch der Energieverbrauch für einen Haferdrink liegt deutlich unter dem von Frischmilch: mit 39 % ist das in etwa nur ein Drittel. Hafer zählt botanisch gesehen zu den Süßgräsern und ist ein heimisches Getreide, wobei ihm sehr zugute kommt, auch mit schlechterem Wetter zurechtzukommen. Dementsprechend lässt sich die positive Umweltbilanz eines Haferdrinks erklären: für den Haferanbau müssen keine Regenwälder herhalten oder von Natur aus trockene Gebiete unter großem Wassereinsatz urbar gemacht werden. Zudem sind die Transportwege kurz, was sich zusätzlich positiv auf die CO2-Bilanz auswirkt.

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