Kaffeeplantage

Die Top 10: Kaffeeanbaugebiete weltweit

Carola von

Temperaturen zwischen 18 und 25 °C, wenig Wind, keine extreme Hitze und eine Niederschlagsmenge zwischen 1.500 und 2.000 ml pro Jahr – Kaffeepflanzen sind anspruchsvoll und haben sehr spezifische Bedürfnisse. Diese können am besten in den Ländern zwischen den Wendekreisen erfüllt werden. Kein Wunder also, dass die zehn größten Kaffeeanbaugebiete allesamt in den Tropen liegen.

1. Brasilien – Land des Kaffees

Brasilien ist nicht nur das wichtigste Kaffeeanbau-Gebiet der Erde, sondern auch einer der größten Kaffeekonsumenten. Rund die Hälfte ihres produzierten Kaffees trinken die Brasilianer selbst. Im Jahr 2016 produzierten ca. 300.000 Kaffeefarmen 3.019.051 Tonnen Kaffeebohnen. Davon sind rund 80 % Arabica- und rund 20 % Robusta-Bohnen. Der Kaffee aus Brasilien ist so vielseitig wie das Land selbst: Es gibt Durchschnittsqualität ebenso wie Spitzenkaffee.

2. Vietnam – größter Robusta-Produzent

Der zweitgrößte Kaffeeproduzent der Welt (1.460.800 Tonnen im Jahr 2016) baut vor allem Robusta-Bohnen an: Mindestens 90 % des Kaffeebohnen-Anbaus bringt Robusta hervor. Mit 589.041 Hektar (Stand 2014) ist die Anbaufläche Vietnams im Vergleich zu Brasilien (knapp 2 Mio. Hektar) sehr klein und konzentriert sich auf die Provinzen Kontum, Dak Lat, Ban Me Thuot, Lam Duong und Gia Lai im Hochland. Vietnam ist nicht gerade bekannt für edle Kaffeebohnen: Das liegt daran, dass die Kleinbauern hauptsächlich die Sorte Robusta anbauen, die generell als minderwertiger und bitterer im Geschmack gilt.

3. Kolumbien – Kaffeebohnen aus dem Hochland der Anden

Mit 745.084 Tonnen Kaffeebohnen im Jahr 2016 belegt das südamerikanische Land Kolumbien den dritten Platz. Im Zentrum des Landes, im Hochland der Anden, liegen die bedeutendsten Kaffeeanbaugebiete, das Triángulo del Café (Kaffee-Dreieck) und die Eje Cafetero (Kaffeeachse). Vorwiegend angebaut werden Arabica-Bohnen, die von den Kleinbauern in den höher liegenden Anbaugebieten oft noch per Hand geerntet werden.

4. Indonesien – Kaffee von den Inseln des Ozeans

Java, Sumatra und Sulawesi sind die wichtigsten Kaffeeanbaugebiete Indonesiens. 639.305 Tonnen Kaffeebohnen produzierten die indonesischen Kaffeebauern 2016. Über 90 % davon sind Robusta-Bohnen. Auch, wenn der Anteil an Arabica verhältnismäßig gering ist, stammen aus Kaffeeanbaugebieten wie Java hervorragende Arabica-Bohnen, die auf der ganzen Welt gefragt sind.

5. Äthiopien – Ursprungsland der Kaffeebohne

Äthiopien gehört zu den wenigen afrikanischen Ländern in den Top 10 der größten Anbaugebiete für Kaffee. Im Ursprungsland des Kaffees wurden 2016 469.091 Tonnen Kaffeebohnen geerntet und weiterverarbeitet. Der Kaffeeanbau ist in Äthiopien noch fest in der Hand von Kleinbauern und ihren Familien. Er wird hauptsächlich von Hand geerntet und wächst wild – eine absolute Ausnahme in der weltweiten Kaffeeproduktion.

6. Honduras – größter Kaffeeproduzent Mittelamerikas

In dem mittelamerikanischen Land herrschen ausgezeichnete klimatische Bedingungen für den Kaffeeanbau. Die wichtigsten Kaffeeanbaugebiete befinden sich sämtlich in den Hochlagen von über 1.100 m im Westen sowie im Zentrum des Landes. 362.367 Tonnen, vornehmlich Arabica-Bohnen ausgesprochen guter Qualität, wurden 2016 von Kleinbauern geerntet werden. Der Anbau der Kaffeebohnen wird in Honduras streng kontrolliert, und zwar vom Instituto Hondureño del Café.

7. Indien – Herkunftsland des Monsooning-Kaffees

Neben feinen Gewürzen wie Pfeffer, Vanille und Kardamom gedeihen die Kaffeepflanzen in Indien vor allem im Süden des Landes. Zu den wichtigsten Kaffeeanbaugebieten gehören die Bundesstaaten Kerala und Tamil. Ca. 60 % der 348.000 Tonnen Kaffeebohnen (2016) sind Robusta, die in den eher niedrigen Höhenlagen besser wachsen. Bekannt ist Indien für seine weltweit einzigartige Aufbereitungsmethode, Monsooning: Dabei werden die Kaffeebohnen während des Monsunregens und seinen starken Winden in Lagerhäusern einer extrem hohen Luftfeuchtigkeit ausgesetzt und reifen so nach.

8. Peru – kräftiger Kaffee aus Südamerika

Nicht so bedeutend wie in den Nachbarländern Brasilien und Kolumbien ist die Kaffeebohne in Peru: Mit einer Produktion von 277.760 Tonnen jährlich (2016) liegt Peru weit hinter seinen Nachbarn. Trotzdem ist der Kaffee die wichtigste Exportware des südamerikanischen Landes. Die Kaffeeanbaugebiete der Arabica-Pflanzen liegen vor allem im Norden Perus und sind im Besitz von kleinen Farmern. Gepflückt wird meist von Hand. Kaffeebohnen aus Peru sind überaus gefragt.

9. Guatemala – Kaffeebohnen aus dem Land der Vulkane

Auch in Guatemala ist der Kaffeeanbau noch hauptsächlich in der Hand kleiner Bauern, die sich bemühen, die Anbaugebiete nach Jahren politischer Instabilität wieder gewinnbringend zu nutzen. Dank der vielen z. T. noch aktiven Vulkane besitzt das Land äußerst fruchtbare Böden, auf denen die Kaffeepflanzen in niedrigen (Robusta) und hohen Lagen (Arabica) hervorragend gedeihen. Im Jahr 2016 wurden 236.145 Tonnen Kaffeebohnen produziert.

10. Uganda – zweitgrößter afrikanischer Kaffeeproduzent

Das zweite afrikanische Land in den Top 10 der Kaffeeproduzenten ist Uganda mit einer Jahresproduktion von 203.535 Tonnen. Der Kaffeeanbau ist eine der wichtigsten Einnahmequellen des politisch instabilen Landes. Angebaut wird hauptsächlich Robusta: Nur zwischen 10 und 20 % der angebauten Kaffeepflanzen sind Arabica. Bedroht wird der Kaffeeanbau in Uganda vom Klimawandel: Steigende Temperaturen sowie veränderte Niederschlagsmengen und -muster setzen den empfindlichen Kaffeepflanzen zu und verschlechtern die Qualität der Bohnen.

Die Top 10 der Länder, die Kaffee produzieren

  • Brasilien ist der mit Abstand wichtigste Kaffeeproduzent der Welt. Allerdings wird nur etwa die Hälfte der Erträge exportiert; die andere Hälfte genießen die Brasilianer selbst.
  • Nur drei asiatische und zwei afrikanische Länder zählen zu den größten Kaffeeproduzenten der Welt. Der Kaffeeanbau ist also nach wie vor fest in der Hand Mittel- und Südamerikas.
  • Während in den Kaffeeanbaugebieten Süd- und Mittelamerikas hauptsächlich Arabica-Bohnen angebaut werden, liegt in den asiatischen und afrikanischen Ländern der Schwerpunkt auf Robusta.

Beitragsbild: ©iStockphoto: Alfribeiro

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