Geröstete Kaffeebohnen aus aller Welt

Geschmackstrend Bohne: Arabica oder Robusta?

Carola von

Neben Röstung, Mahlgrad, Lagerung, Brühtemperatur und Wasserqualität beeinflusst vor allem die Kaffeebohne das Aroma des Kaffees. Welchem Geschmackstrend folgen wir?

Die Kaffeebohne – verschiedene Sorten, unterschiedliche Geschmacksnuancen

Die Qualität einer Kaffeebohne ist entscheidend für den Geschmack des Kaffees – so viel steht fest. Kaffee ist eine Pflanzengattung in der Familie der Rötegewächse. Insgesamt unterscheiden die Botaniker 124 verschiedene Arten: Die zwei bekanntesten sind:

  • Arabica (Coffea arabica)
  • Robusta (Coffea canephora/robusta)

Die Arabica-Bohne macht heute ca. 60 % des Welthandels aus. Mit 30 % Anteil am Weltmarkt stehen die Bohnen der Robusta-Kaffeepflanze an zweiter Stelle. Den Rest teilen Outsider wie Excelsa, Maragogype oder Liberica unter sich auf. Ihr Anteil am Welthandel ist aber verschwindend gering.

Wo liegt der Unterschied zwischen Arabica und Robusta?

Arabica und Robusta weisen zahlreiche Unterschiede in Bezug auf Aspekte wie Geschmack, Säuregehalt, Anbau und Ernte auf.

Arabica

Kaffee aus Arabica-Bohnen gilt als qualitativ hochwertiger als Robusta-Kaffee. Das liegt vor allem an seinem feinen Säureprofil sowie einem geringeren Koffeinanteil. Das Aroma der Arabica-Bohnen ist generell leicht süß, manchmal schokoladig, bisweilen auch fruchtig. Die einzelnen Geschmacksnuancen variieren stark und hängen vom Anbaugebiet ab. Der sehr empfindliche, auch als Java- oder Bergkaffee bezeichnete Arabica wächst im Hochland zwischen 600 und 2000 Metern Höhe, wird aber vorzugsweise in Lagen über 1000 Metern angebaut. Denn im Hochland wachsen die Kaffeekirschen besonders langsam und bekommen dadurch ihre typischen feinen Geschmacksaromen.

Je höher und unwegsamer das Anbaugebiet liegt, desto aufwendiger und mühsamer ist die Ernte, was sich auch im Preis der Bohnen niederschlägt. Zu den wichtigsten Anbaugebieten für Arabica zählen Brasilien, Kolumbien, Ecuador, Nicaragua, Costa Rica und Äthiopien. Als einer der erlesensten Arabica-Kaffees gilt der „Blue Mountain“, der in den Blue Mountains von Jamaika angebaut wird.

Die Arabica-Kaffeebohne hat eine grünliche, z. T. sogar bläuliche Färbung, ist flach und oval und hat eine S-förmge Naht. Bis zur Reife benötigt eine Arabica-Pflanze zwischen 9 und 11 Monaten.

Robusta

Der Säure- und Koffeingehalt liegt bei der Robusta-Bohne deutlich höher: Robusta-Kaffee enthält fast doppelt so viel Koffein wie Arabica. Sein Geschmack ist leicht bitter, oft erdig und kräftig. Der Tieflandkaffee wächst in Lagen bis zu 700 Metern und ist – sein Name lässt es erahnen – viel widerstandsfähiger als der Arabica-Kaffee. Umweltfaktoren wie Feuchtigkeit, Hitze oder Krankheiten können den Robusta-Bohnen viel weniger anhaben als den Arabica-Bohnen. Auch die Reifung geht etwas schneller vonstatten: Sie dauert ca. 9 Monate.

Wichtige Anbaugebiete für Robusta-Kaffee sind Indonesien, Vietnam und die Länder Westafrikas.

Robusta-Bohnen sind gelblich-braun, haben eine rundliche Form, eine gerade Naht und sind kleiner als Arabica-Bohnen. Da die Bohnen in niedrigeren Lagen angebaut werden, ist auch die Ernte einfacher: Oft werden dabei Maschinen eingesetzt. Die geringen Anbauanforderungen und die einfachere Ernte führen dazu, dass Robusta-Bohnen preisgünstiger Arabica-Bohnen sind.

Ist Robusta-Kaffee minderwertiger als Arabica-Kaffee?

Allgemein gilt Robusta als minderwertiger Kaffee; die Arabica-Bohne als edel und aromatischer. Dieses pauschale Urteil „verdankt“ die Sorte Robusta der Tatsache, dass sie aufgrund ihres günstigeren Preises eher für preisgünstigere Kaffees genutzt wird. Doch diese Ansicht ist nicht gerechtfertigt: Es gibt auch sehr gute Robusta-Qualitäten und eher durchschnittliche Arabica-Bohnen. Entscheidend sind das Anbaugebiet sowie Röstverfahren und Röstgrad. Robusta-Bohnen werden zum Beispiel in Italien sehr geschätzt, weshalb sie dort in vielen Mischungen zu finden ist. Robusta Bohnen sind für die Crema auf dem Espresso verantwortlich.

Geschmackstrend: Warum werden verschiedene Kaffeesorten gemischt?

Single Origin oder Blend? Das fragen sich viele Kaffeeliebhaber. Während der Single Origin nur aus einem einzigen Anbaugebiet kommt, werden bei einem Blend (Englisch für Melange/Mischung) Kaffeesorten aus unterschiedlichen Anbaugebieten – und meist auch mit unterschiedlichen Röstgraden – miteinander vermischt. Der beliebteste Blend ist eine Arabica-Robusta-Mischung.

Die meisten im Handel angebotenen Kaffees sind Mischungen. In einem Blend ist es einfacher, positive Geschmacksnuancen zu betonen und negative zu „maskieren“. Mit anderen Worten: Man holt das Beste aus beiden Kaffeebohnensorten heraus.

Mit Mischungen können große Kaffeeproduzenten oder kleine Röstereien gleichbleibende und unverwechselbare Aromen gewährleisten. Das ist besonders für die großen Kaffeehersteller von Bedeutung, die sich mit ihren Mischungen von ihren Konkurrenten absetzen möchten. Single Origins hingegen können sich von Jahr zu Jahr im Geschmack stark voneinander unterscheiden.

Besonders in süditalienischen Espressomischungen findet man einen hohen Robusta-Anteil, denn dieser sorgt nicht nur für eine dichtere, lang anhaltendere Crema, sondern auch für einen kräftig-herben Geschmack. Und den lieben die mediterranen Kaffeetrinker. Auch Spanier und Franzosen schätzen einen hohen Robusta-Anteil, während das feine süßliche Aroma der Arabica-Bohnen eher den Geschmack der Nordeuropäer trifft.

Arabica und Robusta – die Unterschiede im Überblick

  • Arabica wächst im Hochland, vorzugsweise in Höhen über 1000 Metern, Robusta im Tiefland zwischen auf bis zu 700 Metern.
  • Die Robusta-Pflanze ist weniger anfällig für Krankheiten, Feuchtigkeit, Hitze und Schädlinge. Das macht den Anbau einfacher und kostengünstiger.
  • Arabica-Kaffee enthält weniger Säure und weniger Koffein als Robusta.
  • Dadurch ist sein Geschmack feiner und süßer, während der Robusta kräftiger und bitterer schmeckt.
  • Aufgrund des aufwendigeren Anbaus und der mühsameren Ernte sind Arabica-Bohnen teurer.
  • Das bedeutet aber nicht automatisch, dass Robusta-Kaffee in der Qualität minderwertiger ist. Es gibt auch sehr gute Robusta-Bohnen, die für exzellente Mischungen verwendet werden.

Beitragsbild: ©iStockphoto: RuslanDashinsky

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