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Kaffeebohnen: feine Früchte aus hohen Lagen

Carola von

In etwa 80 Ländern der Welt wachsen Kaffeebohnen: Ideale Bedingungen findet die Kaffeepflanze im sogenannten Kaffeegürtel, der zwischen dem 23. Breitengrad nördlicher Breite und dem 25. Breitengrad südlicher Breite liegt. Welche Anbaugebiete die besten Kaffeebohnen der Welt hervorbringen, wie man die feinen Bohnen am besten aufbewahrt und welche sich für Espresso und Filterkaffee eignen – das alles steht in diesem Beitrag.

Wie und wo wachsen Kaffeebohnen?

Milde Temperaturen zwischen 18 und 25 Grad, viel und regelmäßigen Niederschlag, weder Frost noch Hitze – das brauchen Kaffeepflanzen, um zu gedeihen und aromatische Früchte hervorzubringen. Bedeutende Kaffeeanbauländer wie Brasilien, Vietnam, Kolumbien, Indonesien oder Äthiopien liegen in den Tropen, denn hier herrschen perfekte Bedingungen für beste Kaffeebohnen.

Je höher die Samen der Kaffeepflanze angebaut werden, desto langsamer wachsen sie und desto mehr Aromastoffe bilden sie aus. Gerade in höheren, schwer zugänglichen Lagen ist die Ernte mühsam und wird per Hand vorgenommen. So gelten Kaffeebohnen aus Hochlagen wegen ihres milden und vielschichtigen Geschmacks als besonders hochwertig und sind aufgrund des langsameren Wachstums und der schwierigeren Ernte teurer als Kaffeebohnen, die unter 600 Meter wachsen.

Die beiden Kaffeesorten, die den Weltmarkt dominieren, sind Arabica und Robusta: Arabica-Bohnen machen etwa 60 % des Welthandels aus. 30 % am Welthandel sichern sich die widerstandsfähigeren Robusta-Bohnen; den Rest teilen sich weniger bedeutende Kaffeesorten wie Liberica, Maragogype oder Excelsa. Bei Espresso-Bohnen sorgt der Robusta-Anteil in der Regel für eine perfekte Crema.

Kaffee-Blend oder Single Origin?

Bei einem Kaffee-Blend handelt es sich um eine Bohnen-Mischung aus unterschiedlichen Anbaugebieten und Sorten. Die meisten angebotenen Kaffees sind Blends. Die Kunst des Mischens besteht darin, die Schwächen etwas minderwertigerer Kaffeesorten durch die Stärken feiner Sorten auszugleichen, sodass ein ausgewogenes Aroma entsteht.

Die Single Origin hingegen ist sortenrein und stammt aus einer Anbauregion; beim Single Estate Coffee sogar von einer einzigen Hanglage. Single Origins sind äußerst hochwertig, da für sie in der Regel nur die besten Kaffeebohnen einer Ernte verwendet werden. Sie zeichnen sich durch einen sehr individuellen Geschmack aus.

Edle Sorten: Welche Kaffeebohnen gehören zu den besten?

Entlegene oder sehr kleine Anbaugebiete, ungewöhnliche Produktionswege und der Verzicht auf Maschinen führen dazu, dass eine Kaffeesorte als besonders exklusiv gilt, was sich natürlich am Preis bemerkbar macht.

Nicht immer bedeutet exklusiv jedoch, dass die Kaffeebohnen ein Aroma besitzen, das von jedem geschätzt wird. Ob es sich lohnt, einen außergewöhnlich hohen Preis für einen der sogenannten besten Kaffees der Welt zu zahlen, muss jeder selbst entscheiden. In der Liga der teuersten Kaffeesorten spielen die folgenden eine wichtige Rolle:

  • Der Katzenkaffee Kopi Luwak stammt aus Indonesien und zeichnet sich durch eine ungewöhnliche Art der Gewinnung aus: Die für den Kopi Luwak verwendeten Kaffeebohnen werden zunächst von der Schleichkatze gegessen, verdaut und ausgeschieden, bevor sie gereinigt und getrocknet werden. Durch die Fermentierung im Magen der Katze werden den Kaffeebohnen die Bitterstoffe entzogen. Liebhaber dieser Sorte beschreiben den Geschmack des Kopi Luwak als süßlich, leicht modrig, mild und erdig. Aufgrund der steigenden Nachfrage werden immer mehr Schleichkatzen inzwischen auf Farmen unter eher fragwürdigen Bedingungen gehalten.
  • Ein ähnliches „Verfahren“ durchlaufen die Kaffeebohnen des Black Ivory Coffee aus Thailand. Hier sind es allerdings Elefanten, die feine Arabica-Bohnen „veredeln“.
  • Als König des Kaffees gilt der Jamaica Blue Mountain, dessen Kaffeebohnen weit oben in den Blauen Bergen Jamaicas wachsen. Zwischen 900 und 1.700 Meter hoch liegen die Anbaugebiete des exklusiven Kaffees. Seine lange Reifezeit, sein komplexes Aroma und die geringe Erntemenge machen den Jamaica Blue Mountain zu einer der besten und teuersten Kaffeesorten der Welt.
  • Auf einer kleinen Vulkaninsel vor der Küste Afrikas wächst der Green Tipped Bourbon Arabica, von dem schon Napoleon in höchsten Tönen schwärmte. Lediglich sechs Kaffeefarmen widmen sich der Produktion des St. Helena Kaffees, der Genießer mit einem ausgewogenen, milden und leicht würzigen Geschmack begeistert.

Diese Luxus-Kaffeebohnen sind Raritäten und als solche keinesfalls für den täglichen Kaffeegenuss geeignet. Wer jetzt neugierig geworden ist und sich etwas Außergewöhnliches gönnen möchte, sollte sie einmal probieren.

Wie bewahrt man Kaffeebohnen auf und wie lange sind sie haltbar?

Kaffeebohnen behalten ihr Aroma länger als gemahlener Kaffee, vor allem dann, wenn sie richtig gelagert werden. Aufbewahrt werden sollten die Bohnen in einem luftdichten Gefäß aus Glas, Keramik oder Kunststoff an einem dunklen und kühlen Ort. Die Kaffeebohnen gehören nicht in den Kühlschrank, da es dort zu kalt und zu feucht ist. Außerdem besteht die Gefahr, dass die Bohnen Aromen von anderen Lebensmitteln annehmen.

Ist die Originalverpackung der Kaffeebohnen einmal geöffnet, sollten sie innerhalb von vier bis sechs Wochen verbraucht werden.

Filterkaffee, Espresso, Cappuccino – welche Kaffeebohnen eignen sich wofür am besten?

Kaffeebohnen unterscheiden sich natürlich nicht nur durch ihre Herkunft, sondern auch die ihre Röstung voneinander. Espresso-Bohnen sind in der Regel dunkler geröstet als Bohnen für Filterkaffee, vor allem die italienischen. Zu erkennen ist das an ihrer dunklen Farbe und einer glatten Optik. Bohnen für Filterkaffee hingegen sind heller geröstet. Es gibt allerdings inzwischen auch Röstereien, die ihre Kaffeebohnen so rösten, dass sich sie für beide Zubereitungsarten eignen.

Die meisten Espresso-Bohnen sind Blends, Mischungen aus Arabica und Robusta. Je weiter man in Italien in den Süden reist, desto mehr Robusta enthält ein Espresso-Blend. Meistens lassen sich alle Espresso-Bohnen sowohl mit der Siebträgermaschine als auch mit dem Vollautomaten aufbrühen.

Kaffeebohnen – edler Rohstoff mit viel Aroma

  • Kaffeebohnen wachsen hauptsächlich in den Ländern rund um den Äquator. Je höher sie gedeihen, desto aromatischer ist ihr Geschmack.
  • Die wichtigsten, den Weltmarkt dominierenden Sorten sind Arabica und Robusta.
  • Als Kaffee-Raritäten gelten exklusive Kaffeebohnen wie Jamaica Blue Mountain, St. Helena Coffee oder Kopi Luwak.
  • Kaffeebohnen sollten in einem luftdichten Gefäß an einem kühlen und trockenen Ort aufbewahrt werden. Ihr volles Aroma behalten sie in der Regel für vier bis sechs Wochen nach der Öffnung der Originalverpackung.
  • Espressobohnen sind meistens dunkler geröstet als Bohnen für Filterkaffee.

Beitragsbild: © iStockphoto: Fodeode

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