Kaffee gehört für viele Menschen zum Alltag. Dabei spielen neben Geschmack und Zubereitungszeit zunehmend auch Fragen rund um Materialverbrauch, Energiebedarf, Abfall und die richtige Dosierung eine Rolle. Je nach Zubereitungsart kommen unterschiedliche Filter, Materialien und Geräte zum Einsatz.
In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen verschiedene Möglichkeiten der Kaffeezubereitung und erklären, welche Besonderheiten dabei hinsichtlich Papierfiltern, Wiederverwendbarkeit, Energieverbrauch und Kaffeeverbrauch zu beachten sind. So können Sie Ihre persönliche Kaffeezubereitung bewusst gestalten.
Kaffeezubereitungen und ihre Besonderheiten auf einen Blick
Von Pour Over und French Press über die Mokkakanne bis zur AeroPress: Jede Zubereitungsmethode hat ihre eigenen Eigenschaften.
Wer beispielsweise Einweg-Papierfilter vermeiden möchte, kann auf wiederverwendbare Filter zurückgreifen. Bei manuellen Zubereitungsarten ist zudem kein eigenes elektrisches Heizelement erforderlich. Auch eine passende Dosierung von Kaffee und Wasser kann dabei helfen, unnötige Lebensmittelreste zu vermeiden.
Pour Over mit wiederverwendbaren Kaffeefiltern
Bei der Pour Over Methode, auch als Handaufguss bekannt, wird Filterkaffee mithilfe eines Handfilters wie dem V60 zubereitet. Dafür benötigen Sie einen Handfilter, einen passenden Kaffeefilter und heißes Wasser.
Klassischerweise werden Papierfilter verwendet. Diese werden nach der Zubereitung zusammen mit dem Kaffeesatz entsorgt.
Eine Alternative sind wiederverwendbare Kaffeefilter aus Metall oder Stoff. Sie können nach der Verwendung ausgespült und für weitere Kaffeezubereitungen verwendet werden. Dadurch entfällt bei diesen Zubereitungen der jeweilige Papierfilter.
Wer sich für einen wiederverwendbaren Kaffeefilter entscheidet, sollte außerdem darauf achten, dass Filtergröße und Handfilter zusammenpassen. Je nach Material und Ausführung kann sich auch das Geschmacksprofil des Kaffees verändern.
Auch der Kaffeesatz lässt sich nach der Zubereitung beispielsweise über die Biotonne oder – abhängig von den örtlichen Vorgaben – über den Kompost entsorgen.

French Press: Kaffee ohne Papierfilter zubereiten

Die French Press gehört zu den klassischen Methoden der manuellen Kaffeezubereitung. Für die Zubereitung benötigen Sie eine French Press, Kaffeemehl und heißes Wasser.
Ein wesentlicher Unterschied zum klassischen Filterkaffee: Bei der French Press wird kein Einweg-Papierfilter benötigt. Das feinmaschige Sieb der Kaffeepresse bleibt während der Zubereitung in der Kanne und kann nach dem Gebrauch gereinigt und erneut verwendet werden.
Da die French Press manuell funktioniert, wird für den eigentlichen Brühvorgang kein elektrisches Heizelement benötigt. Das Wasser wird separat erhitzt.
Nach der Zubereitung bleibt der Kaffeesatz in der Kanne zurück und kann entsprechend den örtlichen Entsorgungsvorgaben entsorgt werden.
Espressomaschinen mit E.S.E. Pads
E.S.E. Pads – kurz für „Easy Serving Espresso“ – enthalten bereits eine portionierte Menge Kaffeemehl und werden in dafür geeigneten Espressomaschinen verwendet.
Durch die Vorportionierung lässt sich die Kaffeemenge für eine Tasse einfach dosieren. Das kann insbesondere für alle interessant sein, die ihren Espresso ohne eigenes Abwiegen des Kaffeemehls zubereiten möchten.
E.S.E. Pads bestehen aus einem Filterpapier, das das Kaffeemehl umschließt. Im Gegensatz zu vielen Kaffeekapseln kommen E.S.E. Pads ohne eine Kapsel aus Kunststoff oder Aluminium aus.
Bei der Auswahl von E.S.E. Pads können Sie außerdem auf konkrete Produktmerkmale wie Bio- oder Fairtrade-Zertifizierungen achten, sofern das jeweilige Produkt entsprechend zertifiziert ist.
Carl Henkel X Tract Kanne
Die X Tract Kanne von Carl Henkel funktioniert ähnlich wie eine French Press. Für die Zubereitung werden Kaffeemehl und heißes Wasser benötigt.
Das Kaffeemehl wird in den feinporigen Metallfilter gegeben und anschließend mit heißem Wasser aufgegossen. Nach der gewünschten Brühzeit wird der Filter bewegt und der Kaffee kann ausgeschenkt werden.
Da die X Tract Kanne über einen wiederverwendbaren Metallfilter verfügt, ist kein Einweg-Papierfilter erforderlich. Nach der Zubereitung kann der Filter gereinigt und erneut verwendet werden.
Espressokocher: Kaffee mit der Mokkakanne zubereiten
Der klassische italienische Espressokocher, beispielsweise eine Mokkakanne von Bialetti, benötigt für die Zubereitung Kaffeepulver, Wasser und eine Wärmequelle.
Bei der Zubereitung spielt die richtige Dosierung eine wichtige Rolle. Verwenden Sie möglichst nur die Menge an Kaffee und Wasser, die Sie tatsächlich benötigen.
Auch bei der Wahl des Kochfelds lässt sich auf die passende Größe achten. Ist die Herdplatte auf die Größe der Mokkakanne abgestimmt, wird die Wärme gezielter an die Kanne übertragen.
Eine regelmäßige Reinigung und Pflege trägt außerdem dazu bei, dass die Mokkakanne über einen langen Zeitraum verwendet werden kann. Beachten Sie dabei die Pflegehinweise des Herstellers.
AeroPress
Die AeroPress ist eine kompakte manuelle Kaffeezubereitungsmethode und eignet sich besonders für die Zubereitung unterwegs.
Für die Zubereitung werden Kaffeemehl, heißes Wasser und je nach verwendetem Filtersystem ein kleiner Papierfilter benötigt. Das Wasser wird separat erhitzt, anschließend wird der Kaffee mithilfe des manuellen Pressvorgangs extrahiert.
Die kleinen Papierfilter werden nach der Verwendung entsorgt. Alternativ sind für bestimmte AeroPress-Modelle auch wiederverwendbare Filter erhältlich.
Durch ihre kompakte Bauweise und das geringe Gewicht lässt sich die AeroPress einfach transportieren und beispielsweise auf Reisen verwenden

Weitere Tipps für einen bewussteren Kaffeekonsum
Neben der Wahl der Zubereitungsmethode gibt es im Alltag verschiedene Möglichkeiten, den eigenen Kaffee- und Materialverbrauch im Blick zu behalten.
Dosieren Sie Kaffee und Wasser passend
Die richtige Dosierung beeinflusst nicht nur den Geschmack, sondern auch den Verbrauch von Kaffeebohnen und Wasser.
Verwenden Sie entsprechend der jeweiligen Zubereitungsmethode die empfohlene Menge an Kaffeemehl und Wasser. So können Sie vermeiden, mehr Kaffee zuzubereiten, als tatsächlich getrunken wird.
Eine Küchenwaage kann dabei helfen, Kaffee und Wasser präzise zu dosieren.
Kaffee richtig aufbewahren
Kaffeebohnen und gemahlener Kaffee sollten möglichst gut verschlossen und vor Wärme, Feuchtigkeit, Licht und starken Gerüchen geschützt aufbewahrt werden.
Wiederverwendbare Vorratsbehälter aus beispielsweise Glas oder Edelstahl können dafür eine praktische Möglichkeit sein. Entscheidend ist vor allem, dass der Behälter luftdicht schließt und für die Aufbewahrung von Kaffee geeignet ist.
Beim Kauf größerer Packungen sollte außerdem berücksichtigt werden, wie schnell der Kaffee verbraucht wird. So lässt sich vermeiden, dass Kaffee zu lange geöffnet gelagert wird.
Eine passende Kaffeemaschine wählen
Bei der Auswahl einer Kaffeemaschine spielen neben Geschmack und Zubereitungsart auch Ausstattung, Bedienung und Energieverbrauch eine Rolle.
Achten Sie beispielsweise auf die vom Hersteller angegebenen Verbrauchswerte und Funktionen wie eine automatische Abschaltung, sofern das jeweilige Modell darüber verfügt.
Auch die Größe der Kaffeemaschine sollte zum eigenen Bedarf passen. Wer regelmäßig nur wenige Tassen zubereitet, benötigt möglicherweise kein Gerät mit sehr großem Fassungsvermögen.
Energie bei der Kaffeezubereitung gezielt einsetzen
Bei vielen Zubereitungsarten wird das Wasser separat erhitzt. Füllen Sie Wasserkocher oder Kaffeemaschine deshalb möglichst mit der Menge, die Sie tatsächlich benötigen.
Auch regelmäßiges Entkalken kann sinnvoll sein. Kalkablagerungen können die Funktion von Geräten beeinträchtigen. Beachten Sie hierzu die Pflege- und Entkalkungshinweise des jeweiligen Herstellers.
Bei der Verwendung einer Mokkakanne sollte die Größe des Kochfelds möglichst zur Größe der Kanne passen.
Kaffeesatz weiterverwenden
Nach der Kaffeezubereitung bleibt Kaffeesatz zurück. Je nach örtlichen Entsorgungsvorgaben kann dieser beispielsweise über die Biotonne oder den Kompost entsorgt werden.
Darüber hinaus gibt es verschiedene Möglichkeiten, Kaffeesatz im Haushalt weiterzuverwenden. Häufig wird er beispielsweise als Bestandteil für bestimmte DIY-Anwendungen oder im Gartenbereich eingesetzt.
Bevor Kaffeesatz als Dünger verwendet wird, sollten Sie sich über die jeweilige Anwendung und die Eignung für die betreffende Pflanze informieren.
Fazit: Kaffeezubereitung bewusst gestalten
Ob Pour Over, French Press, Mokkakanne, AeroPress oder E.S.E. Pad – die verschiedenen Kaffeezubereitungsmethoden unterscheiden sich deutlich hinsichtlich ihrer verwendeten Materialien, Filter, Geräte und des jeweiligen Energiebedarfs.
Wer seine Kaffeezubereitung bewusster gestalten möchte, kann unter anderem auf die richtige Dosierung, wiederverwendbare Filter, eine passende Gerätegröße und einen bedarfsgerechten Umgang mit Wasser und Energie achten.
Eine allgemeingültige „beste“ oder „nachhaltigste“ Kaffeezubereitung gibt es dabei nicht. Welche Methode am besten zum eigenen Alltag passt, hängt von persönlichen Vorlieben, dem gewünschten Geschmack und der jeweiligen Nutzung ab.
Entdecken Sie die Vielfalt der Kaffeezubereitung und finden Sie die Methode, die zu Ihrem Kaffeegenuss passt.
Quellen:
- https://www.codecheck.info/news/Wie-umweltfreundlich-ist-Dein-Kaffeekonsum-255214
- https://www.empa.ch/de/web/s604/auf-den-kaffee-kommt-es-an





