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Frischmilch: Der Klassiker für Cappuccino und Co.

Anika von

Wer einen Cappuccino bestellt, erhält einen Espresso mit Milchschaum. Klassischer Weise handelt es sich dabei um Frischmilch. Für Veganer oder Vegetarier sind Pflanzendrinks im Cappuccino eine Alternative. Frischmilch hat eine natürliche Süße und eine cremige Konsistenz, das macht sie zum perfekten Begleiter für Kaffee in jeglicher Form. Sie fängt Bitterstoffe ab, hat hervorragende Baristaeigenschaften und macht unser dunkles Lieblingsgetränk mild. Wir haben in unserem Produkttest: Vegan ernähren: Pflanzendrink im Cappuccino verschiedene Pflanzendrinks auf Ihre Baristaeigenschaften getestet und den Klassiker Frischmilch als Standard für unseren Cappuccino verwendet. Was Frischmilch aber zusätzlich auszeichnet und welche unterschiedlichen Sorten es gibt, erklären wir euch in diesem Artikel.

Milch ist nicht gleich Milch, doch wo ist der Unterschied?

Kuhmilch kommt – klar, von der Kuh. Bei ihr beginnt auch unsere Reise, denn um an Milch zu gelangen, muss die Kuh zunächst gemolken werden. Bereits beim Melkvorgang findet eine Kontrolle statt, um sicherzustellen, dass die Milch von gesunden Kühen kommt oder ob etwas mit der Milch nicht stimmt. Ist alles in Ordnung, wird die Rohmilch von einem Lastwagen abgeholt und in eine Molkerei gebracht. Hier wird die Milch gründlich gereinigt und der Rahm abgetrennt. Erst im nächsten Schritt wird die Magermilch wieder mit dem Rahm gemischt, um den gewünschten Fettgehalt der Milch einzustellen. Wer genauer die einzelnen Schritte nachlesen möchte, kann sich hier auf der Seite des Bundeszentrums für Ernährung die Erzeugung und Verarbeitung von Milch noch einmal anschauen. Da Rohmilch leicht verderblich ist und auch unter hygienisch einwandfreien Melkzuständen Keime enthalten kann, wird die Milch vor dem Verkauf Wärmebehandelt. Dies kann auf unterschiedliche Weisen erfolgen, was das große Angebot an unterschiedlich lang haltbaren Milchen erklärt.

Art der MilchDauer der ErhitzungTemperaturHaltbarkeit
Pasteurisierte Milch15 – 30 Sek.72 – 75 °C6 Tage, gekühlt
ESL („Extended Shelf Life“)1 – 4 Sek.85 – 127 ° C3 Wochen, gekühlt
UHT („Ultra Hoch Erhitzt“)2 – 4 Sek.140 – 145 °C8 Wochen
Sterilmilch30 Minuten115 °Cmin. 1/2 Jahr

Frischmilch unter der Lupe – was ist drin?

Vollmilch besteht hauptsächlich aus Wasser. Etwa 3,5 – 4 % der Milch besteht aus Fett, welches laut Max Rubner-Institut zu einem Großteil (70 %) gesättigte Fettsäuren sind. Der Anteil an Kohlenhydraten beträgt 5 %, welche fast ausschließlich aus Laktose (einem Zweifachzucker) bestehen. Da Laktose in sonst keinem anderen tierischen oder pflanzlichen Lebensmittel vorkommt, wird sie auch gerne als Milchzucker bezeichnet. 3,5 % der Milch besteht zudem aus Proteinen. Daneben ist Frischmilch auch reich an Calcium, aber Elemente wie Iod und Zink sind ebenfalls in nennenswerter Menge enthalten. Auch die Vitamine B2 und B12 kommen natürlicher Weise in Milch vor.

Frischmilch verträgt nicht jeder, eine Laktoseintoleranz ist meist die Ursache. Laktoseintoleranz ist eine Milchzucker (Laktose) Unverträglichkeit und Betroffene greifen dann gerne zu pflanzlichen Milchaternativen, die keine Laktose enthalten. Um Laktose (Milchzucker) verdauen zu können, bedarf es eines Enzyms, der sogenannten Laktase, die den Milchzucker spaltet. Erst in seine Einzelteile zerlegt, kann der Zucker über den Dünndarm aufgenommen werden. Bei einer Laktoseintoleranz jedoch wird zu wenig oder gar keine Laktase produziert und der Milchzucker gelangt in den Dickdarm. Hier wird er von den dort ansässigen Bakterien abgebaut – was in der Folge zu den typischen Symptomen wie Bauchschmerzen führen kann.

Die Milchproduktion und ihre Umwelt

Insgesamt stieg die Produktion von Milch in den letzten Jahren weltweit an. Hierfür werden Ressourcen unterschiedlicher Art benötigt. So braucht die Kuh Land, auf dem sie leben kann, aber auch ihr Futter benötigt Platz um angebaut zu werden. Die IDF (International Dairy Federation) hat in verschiedenen Studien den Life Cycle Assessment von Milch betrachtet und Ergebnisse zum Corbon Foodprint und dem Wasserverbrauch der Milchviehhaltung veröffentlicht. In Deutschland ist die Lebensmittelproduktion für 20 % der Treibhausgasausschüttung pro Kopf verantwortlich. Die Milchviehhaltung ist einer der Hauptverursacher der Emissionen, ihr Beitrag läßt sich mit 30 % beziffern. Eine aktuelle Studie von Arla zeigt, dass der Größte Anteil der Treibhausemissionen auf den Bauernhöfe erzeugt wird, sei es für den Anbau des Futters oder die Haltung der Tiere. Lediglich 10% der Emissionen entfallen auf den Transport bis zum Konsumenten und die Verpackung. Der Konsum von tierischen Lebensmitteln hat einen Einfluss auf unser Klima. Wir entscheiden und tragen so meist unbewusst zum Verlust an Biodiversität, der Bodenqualität oder zur Wasserknappheit bei. Ein Bewusstsein für eine ausgewogene Ernährung mit einem hohen Anteil an vegetarischen oder veganen Lebensmitteln kann ein Beitrag zur Verbesserung des Klimas sein. Also warum nicht einmal einen Pflanzendrink im Cappuccino ausprobieren.

Zusammenfassung

  • Frischmilch ist ein leicht verderbliches Lebensmittel, das auf unterschiedliche Weisen haltbar gemacht wird.
  • Vollmilch hat ca. 3,5 % Fett; 3,5 % Proteine und 5 % Kohlenhydrate (fast ausschließlich Laktose).
  • Bei einer Laktoseintoleranz wird der Michzucker nicht von Enzymen im Dünndarm gespalten und somit im Dickdarm abgebaut.
  • Die Produktion von Milch erfordert den Einsatz verschiedener Ressourcen wie Land und Wasser. Zudem werden Treibhausgase ausgestoßen.

Beitragsbild: ©iStockphoto: Visit Roemvanitch

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