Siebträgermaschine

Der Siebträger: Italienischer Espresso-Genuss

Carola von

Zischend und glänzend gehört mindestens einer seiner Sorte zur Ausstattung jeder italienischen Bar und ist dafür verantwortlich, aus edlen Kaffeebohnen feine Tropfen des wohl beliebtesten Heißgetränks der Welt zu zaubern – die Rede ist vom Siebträger, Synonym des italienischen Espresso-Genusses. Wie der Gigant unter den Kaffeemaschinen funktioniert, welche Vorteile er hat und welche Siebträger zu den besten zählen, steht in diesem Beitrag.

Was ist eine Siebträger-Espressomaschine und wie funktioniert sie?

Die Siebträgermaschine gilt allgemein als beste Zubereitungsmethode für echten, aromatischen Espresso. Im Heimatland des kleinen Kaffees steht sie in jeder Bar und ist von morgens früh bis spät abends im Einsatz.

Ihren Namen verdankt die Espressomaschine dem Siebträger, in den das Kaffeemehl mithilfe eines Tampers gedrückt wird. Der Siebträger wird nach dem Befüllen mit dem Bajonett-Verschlusses an der Brühgruppe befestigt. Mit wie viel Gramm Kaffeemehl das Sieb gefüllt werden sollte, hängt von der Größe des Siebträgers und von den persönlichen Vorlieben ab.

Das im Inneren der Maschine erhitzte Wasser trifft dann in Form von Dampf mit hohem Druck auf das Kaffeemehl und läuft als aromatischer Espresso unter dem Siebträger direkt in die Tasse.

Durch diese spezielle Brühtechnik, bei der der Kaffee nur sehr kurz mit dem Dampf in Berührung kommt und die auf den Italiener Angelo Moriondo zurückgeht, wird dem Kaffeemehl das volle Aroma entzogen und in die Tasse gelangen wenige Bitterstoffe.

Welche Vorteile hat eine Siebträgermaschine?

Die Siebträgermaschine gilt unter Kaffee-Kennern als Nonplusultra der Brühmethoden. Kein Wunder – bietet sie im Vergleich zum Vollautomaten doch einige Vorteile:

Der Siebträger

  • zaubert einen sehr kräftigen, aromatischer Kaffee mit wenig Bitterstoffen, der konkurrenzlos ist
  • sorgt für eine dichte Crema
  • ermöglicht dem Barista echte Handarbeit: Über die Regulierung der Brühtemperatur und der Brühzeit, die Wahl des Mahlgrads und über das Tampern kann der Barista den Geschmack und die Konsistenz des Espresso entscheidend mitgestalten.

Die Kaffeebohnen werden zuerst gemahlen und dann im Siebträger zubereitet. Beim Mahlen der Bohnen mit einer extra Kaffeemühle kommt der Einstellung der Mühle ein großes Gewicht zu. Sind die Einstellungen schlecht gewählt, schmeckt der Espresso nicht.

Ein Kaffeevollautomat von Marken wie Jura oder Saeco hingegen, brüht den Espresso per Knopfdruck; er erzielt ebenfalls gute geschmackliche Ergebnisse. Der Caffè aus dem Vollautomaten ist dem im Siebträger gebrühten in der Regel aber unterlegen. Allerdings ist die Zubereitung im Vergleich zum Siebträger schneller und einfacher, denn man muss praktisch nichts machen, außer den richtigen Knopf zu drücken.

Die richtige Pflege: Wie reinigt man eine Siebträgermaschine?

Für dauerhaft hochwertigen Kaffeegenuss muss der Siebträger nach jedem Gebrauch gründlich gereinigt werden. Und das geht so:

  • Der Siebträger wird aus der Halterung genommen, das Kaffeemehl herausgeklopft, das Sieb aus dem Träger genommen und unter warmem Wasser abgespült.
  • Währenddessen sollte das Duschsieb mithilfe eines Leerlaufs (Flushen) gereinigt werden. Zusätzlich empfiehlt es sich, das Duschsieb mit einer entsprechenden Bürste zu putzen.
  • Wurde die Dampflanze zum Aufschäumen von Milch benutzt, muss auch diese gründlich sauber gemacht werden, z. B. mit einem feuchten Tuch. Je schneller die Düse nach Gebrauch gereinigt wird, desto einfacher ist es, die Milchreste zu entfernen.
  • Als Letztes muss das Auffangsieb unter dem Siebträger gereinigt und von Kaffee- und Wasserrückständen befreit werden.

Bei regelmäßiger Benutzung wird empfohlen, die Brühgruppe der Siebträgermaschine zudem einmal wöchentlich sauber zu machen. Dafür gibt es spezielle Gruppenreiniger, die in ein sogenanntes Blindsieb gefüllt werden. Auch die Dampflanze sollte mit Milchschaumreiniger regelmäßig von Milchrückständen befreit werden.

Damit der Siebträger lange hervorragenden Espresso brüht, muss die Maschine zudem in regelmäßigen Abständen entkalkt werden. Wie oft das geschieht, das hängt vom Härtegrad des verwendeten Wassers ab. Duschsieb und Siebträger werden dazu abgenommen und einzeln entkalkt. Die Brühgruppe hingegen benötigt eine Entkalkung mit einem speziellen Entkalker.

Espressomaschine im Test: die besten fünf Siebträgermaschinen

De‘Longhi, Rocket, Rancilio, ECM – diese und noch ein paar andere Marken zählen zu dem Besten, was der Markt der Siebträgermaschinen zu bieten hat. Ein Urteil über einzelne Siebträger zu fällen, ist nicht einfach, da jeder Kaffee-Genießer andere Ansprüche an seine Kaffeemaschine stellt. Ein hervorragender Geschmack bei einem ausgezeichneten Preis-Leistungs-Verhältnis lässt sich mit den folgenden Siebträger-Maschinen erzielen:

  • Die Rancilio Silvia E ist eine Einsteigermaschine mit echtem Edelstahlkessel.
  • Die aktuelle Version des Bestsellers De‘Longhi EC 685.M Dedica punktet mit Energieeffizienz und einer neuen Schaumdüse.
  • Die Rocket Mozzafiato Type V mit PID ist eine Anschaffung fürs Leben.
  • Der Siebträger Quickmill Orione 3000 überzeugt mit einer geringen Aufheizzeit von nur einer Minute und einem fantastisch schmeckenden Espresso.
  • Die ECM Classika II im angesagten Retro-Design ist eine echte Profimaschine und liefert erstklassige Ergebnisse.

Für welchen Siebträger man sich letztendlich entscheidet, ist natürlich auch eine Frage des persönlichen Budgets.

Siebträger – das Wichtigste in Kürze

  • Das Brühen mit dem Siebträger gilt als beste Zubereitungsmethode für einen aromatischen, echt italienischen Espresso.
  • Dank der Regulierungsmöglichkeiten kann der Barista mit dem Siebträger das Beste aus den Bohnen herausholen und sich nach individuellen Geschmacksvorlieben richten.
  • Eine Siebträgermaschine muss nach jedem Gebrauch und zusätzlich in regelmäßigen Abständen gereinigt und entkalkt werden, damit sie dauerhaft geschmacklich einwandfreien Caffè brühen kann.
  • Ausgezeichnete Siebträger gibt es in jeder Preislage. Ob man sich für ein Einsteiger- oder ein Profimodell entscheidet, hängt vom Budget und individuellen Ansprüchen ab.

Beitragsbild: ©IStock: RyanJLane

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