Pouring fresh espresso with high end Barista Espresso Machine at home

Sind Siebträgermaschinen nur etwas für Baristas?

Carola von

Wir alle lieben das glänzende Highlight italienischer Gastronomie, die verlockende Kombination aus kühlem Metallgehäuse einer stilvollen Siebträgermaschine und heiß fließendem Espresso nach einem köstlichen Essen. Ein perfekter Espresso oder ein schaumiger Cappuccino gelingen mit dem richtigen Wissen auch zu Hause. Wir zeigen, wie es funktioniert.

Kein Buch mit sieben Siegeln: Zauberformel für perfekten Espresso & Co.

Um die richtigen Schritte zu verstehen, gilt es zunächst, die Funktion einer Siebträgermaschine zu kennen. Klangvolle Namen wie Gaggia oder Pavoni gelten als Ur-Väter dieser Klassiker der Espressozubereitung. Ein erstes Patent stammt aus dem Jahr 1938 und beinhaltet das bis heute nur wenig veränderte Prinzip. Ein Kolben presst mit hohem Druck heißes Wasser schnell durch das gepresste Kaffeepulver. Dazu wird damals wie heute die richtige Menge gemahlener Kaffee (7 g für eine Tasse) in das Sieb gegeben. Mit dem „Tamper“ wird das Pulver gepresst. Dieser Helfer ist bei manchen Maschinen fest installiert, bei anderen als Hilfsmittel beigelegt. Richtig zu tampern, gelingt mit etwas Übung. Entscheidend für das Kunstobjekt Espresso ist eine ausreichende Aufheizzeit von Maschine und Utensilien. Eine gute Viertelstunde ist hier Muss!

Eine Siebträgermaschine: Der ideale Genusspartner, wenn…

… man die Zeit und Muße schätzt, die das Erlebnis Siebträgermaschine benötigt. Welches sind nun die Vorzüge einer Siebträgermaschine? Womit belohnt sie das Mehr an Handarbeit? Was gibt sie uns im Gegenzug für das Sich-Vertiefen in die Kunst, kleine braune Bohnen in eine paradiesische Verführung zu verwandeln? Auf Knopfdruck Kaffee? Das klappt hier leider nicht.

Auf diesem Weg gelangt der Genussmensch zum gelobten cremig-braunen Genuss:

  • Der richtige Kaffee – Hochlandbohnen aus aller Welt, idealerweise aus fairem Anbau – bildet eine gute Grundlage für das flüssige Gold in der kleinen Tasse.
  • Die Bohnen korrekt mahlen: Am besten spezielle Mühlen für Espressomehl verwenden, sofern nicht bereits in der Siebträgermaschine integriert.
  • Gefiltertes Wasser verwenden. Entkalktes Wasser ist frei von fremden Geschmacksstoffen und schont zudem die Leitungen der Maschine.
  • Richtig tampern: Mit einem Druck von etwa 10-15 kg das Kaffeepulver mittels passendem Tamper andrücken. Wie stark das ist, lässt sich grob auf einer Personenwaage testen. Der Rest ist Übungssache.

Projekt Siebträgermaschine bedienen: So klappt es mit dem kleinen Schwarzen

Grob gesagt, passt eine Siebträgermaschine in erster Linie zu überzeugten Espresso-Fans. Denn im Vergleich zum Vollautomaten gelingt der „Espressomaschine mit Griff“ bei korrekter Vorgehensweise stets die Krönung in Form einer herrlichen Crema. Allein ihre Technik vermag es, die wertvollen Kaffeeöle in ein schmelzend zartes Topping in Nugatfarben zu veredeln. Auf dieser Basis lässt sich die weite Welt der Kaffeespezialitäten erweitern zu Café au Lait, Latte Macchiato, Espresso Latte & Co.

Siebträger-Überzeugte haben meist einen Hang zum Experimentieren. Das gelingt mit diesen Geräten auf vielfältige Art. Es beginnt bereits bei den Bohnen. Viele Besitzer einer Siebträgermaschine berichten, dass nicht jede Bohnenart gleich guten Espresso ergibt. Es muss zwar nicht zwangsläufig das teuerste Gut in die Mühle, aber aus Billig-Kaffee lässt sich selbst mit der teuersten Maschine kein Luxus-Kaffee zubereiten. Ob Arabica oder Robusta oder eine gelungene Mischung aus beiden – jeder findet früher oder später seinen Favoriten. Neben dem Mahlgrad bestimmen Brühtemperatur und Druck des Tampers wesentlich die Beschaffenheit des fertigen Kaffees. Viele Möglichkeiten also, den ganz persönlichen Kaffeegenuss experimentell zu erkunden.

Ein Tipp: Einfach mal über den Tassenrand hinausschauen. In unserem Shop finden Sie Espressi auch kleiner Kaffeeröstereien, die mehr als einen ersten Blick wert sind.  Wir vertreiben diese hochwertigen Kaffeesorten und geben außerdem Empfehlungen, welcher Kaffee zur neuen Siebträgermaschine passt.

Die Qual der Wahl: Welches Modell darf es denn sein?

Wer sich für eine Siebträgermaschine entscheidet, wird von einer riesigen Auswahl an unterschiedlichen Geräten verblüfft. Einkreiser, Zweikreiser, Dualboiler – da ist guter Rat teuer. Abzuraten ist zunächst von fingierten Siebträgern mit Thermoblock. Sie halten die Brühtemperatur ebenso wenig konstant wie Geräte mit Kesseln aus Aluminium.

Eine kleine Übersicht der Bauarten:

  • Einkreiser – ein Kessel für Brüh- und Dampffunktion. Vorteil: preiswert, Nachteil: Die jeweils unterschiedlich benötigten Temperaturen machen eine zusätzliche Aufheiz-/Abkühlzeit zwischen Kaffee und Milchschaum notwendig. Empfehlenswert für reine Espresso-Trinker mit wenig Hang zu Spezialitäten mit Milchschaum.
  • Zweikreiser – ein Kessel, zwei Wasserkreisläufe. Vorteil: stabile Temperatur, Espresso und Milchschaum können parallel hergestellt werden. Nachteil: teurer als die Einkreiser.
  • Dualboiler – zwei Kessel für getrennte Funktionen. Vorteil: Möglichkeit der individuellen Temperaturreglung. Entsprechend höhere Anschaffungspreise.

Eine Siebträgermaschine kommt selten allein: Dieses Zubehör sorgt für das Tüpfelchen auf dem i

Ok, manch einer gibt sich mit einem perfekten Espresso zufrieden. Aber Siebträgermaschinen bieten mehr. Auch Cappuccino, Milchkaffee oder Latte Macchiato gelingen dank pfiffigen Erweiterungen wie Cappuccinatore statt Dampffunktion oder elektrischem Milchaufschäumer. Sofern nicht bereits integriert, lassen sich diese Helfer nachträglich ergänzen.

Es gibt bereits gemahlenes Kaffeepulver und beim Kauf vor Ort steht der Service meist bereit, die Bohnen zu feinstem Espressomehl zu verarbeiten. Der wahre Kenner jedoch schickt die Aromaträger erst unmittelbar vor dem Zubereiten in die hauseigene Kaffeemühle. Die darf elektrisch und etwas teurer sein oder auch preiswerter und „sportlich“ handbetrieben. Immer jedoch muss sie auf die Verwendung für Siebträgermaschinen ausgelegt sein. Nur diese Modelle malen den Kaffee fein genug.

Bodenloses Vergnügen bieten die Siebeinsätze ohne Ausflussvorrichtung, eben bodenlos. Hier läuft der heiße Kaffee direkt aus dem Sieb in die Tasse und verliert weniger Temperatur und Aroma.

Last but not least stellt die regelmäßige Reinigung und Entkalkung den Geschmack ebenso sicher wie ein langes Leben der Siebträgermaschine.

Kurz und (aussage)kräftig wie der perfekte Espresso – Fakten rund um die Siebträgermaschine

  • Die Espressozubereitung per Siebträgermaschinen erfordert Handarbeit und Geduld.
  • Espressomaschinen mit Siebträgertechnik schenken individuelle Möglichkeiten für den ganz persönlichen Espresso-Genuss.
  • Bereits bei Einsteigermodellen sollte man Kessel aus Edelstahl oder Messing bevorzugen.
  • Dualboiler liefern Espresso und Milchschaum gleichzeitig.

Beitragsbild: ©iStockphoto: MarcelStrelow

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