Siebträgermaschine

Ein- oder Zweikreiser: Die Siebträgermaschine

Anika von

In Italien entwickelt, hat die Siebträgermaschine einen bisher ungebremsten Erfolg gefeiert. Kein Café und keine Bar, die was auf sich und ihren Kaffee halten, können auf diese Art der Zubereitung verzichten. Und auch zu Hause gelingt mit der richtigen Maschine ein Espresso wie in Mailand, Florenz oder Rom. Wir erklären die verschiedenen Arten von Siebträgermaschinen und die Vorteile, die sich aus den unterschiedlichen Techniken ergeben. Denn für Jeden gibt es die richtige Maschine.

Die Funktionsweise einer Siebträgermaschine

Eine Siebträgermaschine arbeitet in erster Linie mit Wasser und Druck. Die Produktion von Dampf und heißem Wasser zum Aufbrühen sind dabei ihre wesentlichen Funktionen. Bei den klassischen Ausführungen wird in der Regel zwischen dem Einkreis- und dem Zweikreissystem unterschieden. Die Bezeichnungen drücken die Anzahl der vorhandenen Wasserkreisläufe in der Maschine aus. Denn neben der Brühgruppe stellt der Wasserkreislauf das Herzstück der Apparatur dar. Das Wasser wird über den Boiler erhitzt und dann durch den Wasserkreislauf entweder zum Aufbrühen des Espressos oder zur Dampfproduktion für das Aufschäumen der Milch genutzt. Wichtig hierbei ist, dass das Brühwasser eine Temperatur von ca. 90°C hat, während der Dampf zum Milchschäumen Temperaturen von über 100°C aufweist.

Einkreiser oder Zweikreiser – wo ist der Unterschied?

Der Einkreiser:

Beim Einkreiser wird das Wasser in einem Kessel erhitzt und dann durch das gleiche System zum Espressokochen und Milchaufschäumen geleitet. Da Brüh- und Dampftemperatur jedoch unterschiedlich sind, entsteht nach dem Espressokochen eine kleine Wartezeit, ehe der Kessel zur Dampfproduktion hochgeheizt ist.

Der Zweikreiser:

Beim Zweikreiser gibt es wie auch beim Einkreiser nur einen Kessel, jedoch zwei Wasserkreisläufe. Während im Dampfkessel das Wasser zum Milchaufschäumen erhitzt wird, läuft das Brühwasser am heißen Kessel entlang und erhitzt sich dabei. Dadurch lassen sich Milchschaum und Espresso parallel herstellen und auch die Temperatur bleibt stabiler als beim Einkreiser. Trotzdem sollte darauf geachtet werden, dass nach längerer Standzeit sich das Brühwasser ebenfalls auf Dampftemperaturen erhitzt und deshalb vor Benutzung ein wenig abgelassen werden sollte. Des Weiteren ist ein Zweikreiser im Vergleich zum Einkreiser teurer.

Der Dualboiler:

Eine Sonderform ist der sogenannte Dualboiler. In dieser Maschine kommen mehrere, voneinander unabhängige Kessel zum Einsatz. Es gibt einen Dampf- und einen Brühkessel, wodurch sich Milchschaum und Espresso gleichzeitig produzieren lassen. Zudem können mit verschiedenen Boilern individuelle Wassertemperaturen erzielt werden, sodass für jede Art des Espressos die optimalen Bedingungen herrschen. Zwar bewegt sich die Brühtemperatur in der Regel um die 90°C, allerdings kann sie je nach Espressosorte um wenige Grad variieren.

Ein nicht zu vernachlässigender Vorteil: Mit einem Dualboiler bzw. Zweikreiser lässt sich deutlich schneller arbeiten.

Für wen eignet sich welche Maschine?

Aufgrund der schnelleren Zubereitung setzen Restaurants und Cafés in erster Linie auf Siebträgermaschinen mit zwei Wasserkreisläufen. Wenn mehrere Bestellungen gleichzeitig zu bearbeiten sind, kann parallel gearbeitet werden. Auch der Dualboiler kommt vorwiegend im gewerblichen Bereich zum Einsatz.

Für den privaten Gebrauch zu Hause ist es ein wenig von den persönlichen Vorlieben abhängig, welche Maschine am Besten geeignet ist. Liebhaber eines guten Espressos mit geringem Milchverbrauch sind mit einem Einkreissystem perfekt bedient. Wer hingegen eine Schwäche für Cappuccino und Latte Macchiato hat, der zieht eher einen Zweikreiser in Betracht – dieser eignet sich besser, wenn häufig Milch aufgeschäumt wird, ist allerdings auch teurer. Für absolute Vollprofis kann auch ein Dualboiler in Betracht kommen, da hier viel mit Wassertemperaturen experimentiert werden kann, diese Variante ist jedoch auch die Teuerste.

Die Siebträgermaschine – Schritt für Schritt zum perfekten Kaffee

Der Espresso aus der Siebträgermaschine ist etwas für Genießer. Deutlich wird dies schon an der gewissenhaften Zubereitung, die sich aus mehreren Schritten zusammensetzt. Damit der Espresso aus der Siebträgermaschine gelingt, gilt es jedoch ein paar Aspekte zu beachten. So entsteht Schritt für Schritt der perfekte Kaffee:

  1. Maschine frühzeitig einschalten: Die Brühgruppe muss sich vor dem ersten Espresso aufwärmen, und zwar rund 10 bis 20 Minuten.
  2. In der Zwischenzeit kann der Kaffee gemahlen werden. Dabei gilt: je feiner der Mahlgrad, desto länger die Brühdauer. Der Mahlgrad wirkt sich ebenfalls auf Intensität und Aroma des Espressos aus.
  3. Danach wird das Kaffeepulver in das Sieb gefüllt. Je nach Intensität und Aroma empfehlen sich für einen Espresso zwischen 7 und 12 Gramm. Wichtig ist, das Pulver fest in den Siebträger zu drücken, beispielsweise mithilfe eines Tampers.
  4. Jetzt das Sieb einhängen und den Brühvorgang starten. Mit ca. 9 Bar sollte das 90 Grad heiße Wasser 24 Sekunden lang durch den Kaffee laufen.
  5. Fertig ist der Espresso. Nach Belieben dazu Milch aufschäumen und leckeren Milchkaffee oder Latte Macchiato zubereiten!

Natürlich lässt sich mit feinen Nuancen noch eine Menge in Sachen Intensität und Aroma herausholen. Hier sind ein paar Punkte, die sich auf die Note des Espressos auswirken:

  • Röstgrad (leicht/mittel/stark)
  • Mahlgrad (fein bis grob)
  • Bohne (Robusta oder Arabica)
  • Wassertemperatur (um 90°C)
  • Durchlaufzeit (etwa 24 Sekunden)

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

Jetzt wünschen wir viel Spaß mit einer eigenen Siebträgermaschine – auf dass der Kaffee auch zu Hause so gut schmeckt wie in Italien. Ganz gleich ob Espresso, Cappuccino oder Latte Macchiato!

  • Die Einkreiser-Maschine ist in erster Linie für Espressotrinker ausgelegt.
  • Sie hat einen Heizkessel für Dampf und Brühwasser.
  • Die Zweikreisermaschine eignet sich für Cappuccino- und Latte-Macchiato-Fans.
  • Hier läuft das Brühwasser am Dampfkessel entlang und erhitzt sich dadurch.
  • Der Dualboiler spricht Experimentierfreudige und Gewerbetreibende an.
  • Zwei unterschiedliche Kessel erhitzen hier den Dampf und das Brühwasser.

Beitragsbild:©iStockphoto: Eva-Katalin

Das könnte für Sie auch von Interesse sein

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.